Vodafone-Chef Gent: UMTS startet drei Monate später

Vodafone-Chef Chris Gent hat den Start des neuen Mobilfunknetzes UMTS in Deutschland und sieben anderen europäischen Ländern für den Herbst angekündigt.

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  • dpa

Vodafone-Chef Chris Gent hat den Start des neuen Mobilfunknetzes UMTS in Deutschland und sieben anderen europäischen Ländern für den Herbst angekündigt. "Das Netz läuft bereits, aber es gibt noch einen kritischen Punkt", sagte Gent in einem Interview des Magazins Focus. Die Verbindung dürfe nicht abreißen, wenn der Handy-Nutzer von einer Funkzelle mit herkömmlicher Technik in eine Funkzelle mit UMTS wechsele. "Diesen Übergang testen wir erst seit kurzem, und dazu benötigen wir noch drei, manche sagen sechs Monate." Der kommerzielle Netzstart, der in Deutschland im zweiten Quartal erfolgen sollte, verschiebe sich damit um mindestens drei Monate.

Das Vorgehen der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft, welche die Vorstände und Aufsichtsräte der früheren Mannesmann AG wegen Untreue anklagen wolle, stößt bei Gent auf scharfe Kritik. "Was man Klaus Esser, dem damaligen Aufsichtsratsvorsitzenden Joachim Funk und dem mitangeklagten Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann antut, ist eine Schande", sagte Gent in dem Interview. "Das Vorgehen der Staatsanwaltschaft halte ich für sehr unfair gegenüber den Betroffenen." Den insgesamt sechs angeschuldigten Top-Managern und Gewerkschaftern wird vorgeworfen, bei der Übernahme von Mannesmann durch Vodafone im Jahr 2000 bis zu 111 Millionen Mark (57 Mio Euro) Schaden angerichtet zu haben.

In der Abwehrschlacht gegen Vodafone habe der damalige Mannesmann-Chef Klaus Esser "verzweifelt und mit allergrößtem Einsatz um die Unabhängigkeit des Mannesmann-Konzerns" gekämpft. Nach der Fusion habe Joachim Funk ihm Vorwürfe gemacht, so Gent zu "Focus". "Funk sagte zu mir: 'Sie haben eine großartige deutsche Firma ruiniert'. Das ist nicht die Sprache von Leuten, die eine Abmachung zu ihrem eigenen Vorteil getroffen und deshalb eingelenkt haben." Den Vorwurf der Untreue hält der Vodafone-Chef auch deshalb für "unverständlich", weil niemandem durch die Übernahme ein Schaden entstanden sei. "Aber seither hat der deutsche Ruf in der internationalen Geschäftswelt gelitten", sagte Gent. (dpa) / (se)