Applied Digital beschuldigt IBM der Verschwörung

Applied Digital Solutions beschuldigt IBM in einer Klage, sich die Rechte an seinen implantierbaren ID-Transpondern zu erschleichen.

vorlesen Druckansicht 16 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

Applied Digital Solutions (ADSX) beschuldigt IBM in einer Klage, sich die Rechte an seinen implantierbaren ID-Transpondern erschleichen zu wollen. Wie US-Medien berichten, reichte Applied Digital die Klage am Donnerstag im County Palm Beach ein.

Es geht um die 75-prozentige ADSX-Tochter Digital Angel, die die Patente am sogenannten VeriChip hält. Dieser dient zur digitalen Brandmarkung und drahtlosen Identifikation von Vieh, Schoßtieren und Menschen. Auf dem reiskorngroßen Fremdkörper unter der Haut können zum Beispiel Blutgruppe oder Allergiedaten gespeichert sein. Zusammen mit externen Mobilfunk- und GPS-Modulen kann man die Bewegungen des Objekts außerdem verfolgen.

ADSX musste sich für seine Entwicklung 77 Millionen US-Dollar von IBM Credit borgen. Jetzt waren davon 46 Millionen US-Dollar fällig, die ADSX auch nach der Deadline nicht zahlte. Die Klageschrift beschuldigt Big Blue der intriganten Telefonverschwörung: ADSX habe in Verhandlungen mit einer Investmentfirma von der Westküste gestanden, die 20 Millionen US-Dollar anlegen wollte, dann aber von einem Angestellten von IBM Credit davon abgebracht worden sei. Außerdem habe jemand von IBM bei Digital Angel angerufen und der Tochterfirma versichert, für deren Erfolg zu sorgen. IBM hat die Anschuldigungen noch nicht kommentiert.

Wenn Applied Digital auch weiterhin nicht zahlt, kann IBM die Firma rechtlich durchaus zur Liquidation seiner Digital-Angel-Anteile zwingen. Die Aktien von Digital Angel stiegen am Freitag um 5 US-Cent, während die von Applied Digital um 9 US-Cent fielen. (cgl)