O2 setzt auf Unterhaltung
Der Mobilfunkanbieter freut sich ĂĽber rasanten Kundenzuwachs und will auch bei UMTS die Zusammenarbeit mit der Telekom pflegen.
- Dusan Zivadinovic
- Murat Ă–zkilic
Der Mobilfunkanbieter O2 konzentriert sich bei seinem diesjährigen CeBIT-Auftritt auf mobile Anwendungen für den Unterhaltungsbereich: Das Handy soll mit den neuen Diensten zum "universellen Unterhaltungsgerät" werden, mit dem Kunden telefonieren, SMS verschicken, chatten, surfen, spielen oder Musik hören können. Und O2 kann auf einen erfolgreichen Geschäftsverlauf verweisen: Der Kundenstamm sei rapide gewachsen.
O2 kündigte mit dem Music-Pack einen Dienst an, der neben Klingeltönen und Screensavern Songs bekannter Interpreten beinhaltet. Letzteres funktioniert über ein GPRS-Handy, an das ein digitaler Music-Player angeschlossen wird, der die Songs dann abspielt. Auch verspricht der Content-Dienst, für den das Unternehmen Partnerschaften mit den Medienunternehmen BMG und MTV abgeschlossen hat, das Streamen von Videos, die man sich dann auf dem Handy angucken kann. Gezeigt werden soll der Dienst auf der CeBIT unter anderem auf Basis des Mobilfunkverfahhrens UMTS. O2 will nach der CeBIT einen mehrmonatigen Testlauf starten. Das Music-Pack soll komplett 199 Euro kosten, das Herunterladen eines Titels etwa 1 Euro; Details zur Preisstruktur will der Mobilfunkbetreiber aber zur offiziellen Einführung des Dienstes bekanntgeben.
Ein weiterer Content-Dienst, den das Unternehmen ankündigte, ist das Game-Pack. Es handelt sich dabei um ein Paket aus diversen Spielen, die sich Anwender gegen eine monatliche Grundgebühr herunterladen können.
Bislang gibt es allerdings noch wenige Handys, die für solche Inhalte wie etwa Musikdateien genügend Speicherplatz haben und sie auch abspielen können. Einer der Vorreiter ist Sony Ericssons Smartphone P800, das nicht nur einen Steckplatz für Kärtchen in Sonys Format Memory Stick Duo hat, sondern auch eine Stereo-Freisprecheinrichtung nebst MP3-und Video-Player. Wie bei anderen aktuellen Smartphones steht aber auch dem überdurchschnittlich gut ausgestatteten P800 für die Datenübertragung nur der GSM-Datendienst GPRS zur Verfügung. Gegenwärtig kann ein GPRS-Handy nicht mehr als 53,6 kBit/s laden, was also bei digitalen Musik-Dateien lange Ladezeiten erwarten lässt. So richtig dürfte der Musik-Pack-Dienst dann also tatsächlich erst mit UMTS-Geräten nutzbar sein.
Im vergangenen Jahr konnte O2 seinen Kundenstamm rasant ausbauen: Ein Jahr nach der Umbenennung von Viag Interkom in O2 liege die Zahl derzeit bei 4,6 Millionen in Deutschland und damit um 25 Prozent über dem Vorjahr, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Rudolf Gröger. Damit sei der Marktanteil auf 7,7 Prozent gestiegen. Der Anteil von Daten am Service-Umsatz sei um die Hälfte auf 19,7 Prozent gestiegen. Nach der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2002/2003 und damit ein Jahr früher als geplant habe O2 Germany die Gewinnzone vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) erreicht, sagte Gröger, ohne allerdings Details zu nennen. O2 werde wie beim herkömmlichen Handynetz auch bei der UMTS-Technik auf die Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom setzen. "Das gibt uns die Möglichkeit, Basisstationen dort aufzubauen, wo wir hohen Umsatz erwarten", sagte Gröger. Mit dem Start von UMTS sei 2003 für die Branche ein "ganz entscheidendes Jahr". (dz/c't) / (mur)