T-Mobile hält an UMTS-Startplan fest
Der Feldtest für UMTS beginnt am 1. Mai, verkündete T-Mobile-Vorstand René Obermann auf der CeBIT.
T-Mobile-Vorstand René Obermann zeigte sich auf der Pressekonferenz zu den Jahreszahlen der Mobilfunksparte der Telekom sehr zufrieden mit dem erzielten Ergebnis. "Das Mobilfunkgeschäft ist schnelllebig: Vor zwölf Monaten bestand T-Mobile noch aus einer Reihe einzelner Unternehmen und unterschiedlichster Marken. Heute haben wir in den Niederlanden, in Großbritannien, Österreich, Tschechien, den USA und in Deutschland mit T-Mobile einerseits eine starke Marke und andererseits in der Gesamt- wie in der Einzelbetrachtung ein Unternehmen, das sich auch in schwierigen Zeiten gut entwickelt", warb der Manager. Wie bereits am Montag berichtet, war T-Mobile wesentlicher Umsatztreiber für das EBITDA-Wachstum des Telekom-Konzerns, der zwar einen Rekordverlust vermelden musste, diesen aber mit einmaligen Sonderabschreibungen begründete und auf eine gute Umsatzentwicklung verweisen konnte.
Im Vorjahresvergleich konnte T-Mobile seinen Umsatz um 5,1 Milliarden Euro auf 19,7 Milliarden Euro steigern -- ein Sprung von fast 35 Prozent. In den USA hat sich das Ergebnis mehr als verdoppelt, in Europa lag die Steigerung immerhin bei knapp 15 Prozent, wobei in den 13,6 Milliarden Euro Umsatz die 162 Millionen Euro der T-Mobile Niederlande enthalten sind, die im vierten Quartal erstmals konsolidiert wurde. Insgesamt erwirtschaftete das Unternehmen mehr als 60 Prozent des Umsatzes im Ausland, 60 Prozent des EBITDA kommen allerdings aus Deutschland. Um das Verhältnis zu verbessern, will das Unternehmen die Präsenz im Business-Segment im Ausland verbessern. In Deutschland konnte der Anbieter seine Marktführerschaft mit insgesamt 25 Millionen Kunden ausbauen. Finanzchef Timotheus Höttges hob die Loayalität der T-Mobile-Nutzer hervor: "Mit 1,5 Prozent so genannter Churnrate haben wir die niedrigste Kündigungsrate der Branche."
"Die Herausforderung der kommenden Jahre heißt, weg vom Verkaufen von SIM-Karten, hin zur Entwicklung und Vermarktung von mobilen Multimediadiensten", erklärte der Manager sein Ziel. Alles unter 20 Prozent Datenanteil am ARPU (Umsatz pro Mobilfunkkunde) bis Ende 2004 sei nicht akzeptabel. Zurzeit beträgt der Anteil mehr als 15 Prozent (inklusive SMS) in Deutschland. Von den 12 Millionen Endgeräten, die T-Mobile im vergangenen Jahr verkaufte, waren 94 Prozent WAP-fähig, 54 Prozent GPRS-tauglich sowie 25 Prozent JAVA-unterstützt. Im laufenden Jahr will T-Mobile den GPRS-Anteil auf 70 Prozent anheben, 50 Prozent sollen JAVA-fähig sein und ebenfalls 50 Prozent ein Farbdisplay besitzen, sowie mindestens 30 Prozent sollen MMS-tauglich sein. Noch in diesem Jahr will T-Mobile den Versand von Videofilmen mit Ton anbieten.
"Im Mittelpunkt unseres Datengeschäfts stehen unsere neuen T-Zones. Vom ehemaligen WAP-Angebot ist nicht mehr viel übrig. Außerdem werden wir auch die Preise für die T-Mobile-Multimediadienste in allen europäischen T-Mobile-Ländern einfacher und massenmarktfähig machen", so Obermann. Die Gesellschaft setze auf ein integriertes Konzept aus GPRS, UMTS und W-LAN -- die drei Technologien sollen sich in einem auf den "nomadic worker" ausgerichtetes Gesamtangebot ergänzen. Während Obermann ankündigte, bis Ende des Jahres rund 5600 W-LAN-Hotspots in Betrieb zu haben, bekräftigte er auch den bestehenden Zeitplan für den UMTS-Ausbau. "Wir werden 2004 in allen europäischen T-Mobile Ländern UMTS anbieten können. Deutschland wird im dritten Quartal 2003 den Anfang machen", versprach er. Die "friendly-user-phase", also der Feldtest für UMTS startet am 1. Mai. Als Geräte werden das Siemens 010 und das Nokia 6650 zum Einsatz kommen. Ab heute können sich T-Mobile-Kunden auf der Website des Unternehmens als Testkunden registrieren lassen. (tol/ct)/ (anw)