Home Entertainment Network für Europa
Panasonic hat auf seiner CeBIT-Pressekonferenz den Audio-/Video-Netwerk-Server "AVC" mit integriertem DVD-Brenner auch für den europäischen Markt angekündigt.
Panasonic hat auf seiner CeBIT-Pressekonferenz den Audio-/Video-Netwerk-Server "AVC" auch für den europäischen Markt angekündigt. Das Gerät verfügt über Festplatte, DVD-Laufwerk sowie SD-Card-Slot und soll sich direkt an Digital-Fernsehgeräte anschließen lassen. Ein Prototyp des AVC war erstmals im Januar auf der Consumer Electronic Show gezeigt worden.
Obwohl der Server das Zentrum eines ganzen Home-Entertainment-Netzwerks namens "one" ("omnifunctional networking environment") darstellt, bei dem beispielsweise Clients via WLAN-Verbindung (IEEE 802.11a, 54 MBit/s im 5-GHz-Band) Daten erhalten, die ihrerseits beispielsweise mit DVD-Playern verbunden sind und diese auch steuern, präsentierte Panasonic auf seiner Presseonferenz lediglich dieses Gerät. Der AVC war dafür aber immerhin bereits funktionstüchtig, sodass die geladenen Journalisten unter anderem einen Blick auf die Bedienoberfläche werfen konnten. Hierbei fiel auf, dass Panasonic nicht auf einzelne Untermenüs für Videos, Fotos und Musikstücke setzt, sondern alle Elemente in einem Hauptmenü zusammenfassen will.
Die größte Überraschung war jedoch, dass der Server auch bereits mit einem DVD-Brenner ausgestattet sein soll -- welches aber offenbar lediglich DVD-RAM-Discs beschreiben kann. Dieses Format ist in Japan tatsächlich sehr erfolgreich: So liegt der Marktanteil laut Panasonic hier über 70 Prozent. Auf dem europäischen Markt konnte sich DVD-RAM aber vor allem gegen DVD+R(W) bislang nicht behaupten.
Hier hofft Panasonic mit dem neuen DMR-E50 als "zur Zeit leistungsstärksten DVD-Videorecorder auf DVD-RAM-Basis" jedoch ab diesem Monat Boden gut zu machen. Das Gerät zum Listenpreis von 799 Euro legt bis zu 99 verschiedene Playlists an und speichert bis zu 999 Szenen, wodurch sich beliebige Szenen auf einer DVD-RAM in jeder gewünschten Reihenfolge arrangieren lassen sollen. Der DMR-E50 ist zudem kompatibel zu DVD-R, kann also auch in diesem Format aufnehmen, wobei allerdings nicht alle Funktionen zur Verfügung stehen wie bei der Aufnahme auf DVD-RAM.
Eines der größten Probleme für DVD-RAM düften jedoch -RW/+RW-Kombis wie Sonys RDR-GX7 sein, der bereits im April auf den deutschen Markt kommen soll. Er nimmt als erstes Gerät weltweit auf DVD-R, -RW wie auch DVD+RW auf, allerdings nicht auf DVD+R. Dieses Format kann das Gerät nur wiedergeben. Ansonsten verfügt der RDR-GX7 über die bei DVD-Recordern üblichen Funktionen, einem iLink-Anschluss und Progressive-Scan-DVD-Wiedergabe. Etwas ernüchternd ist der deutsche Listenpreis: Während das Gerät laut Aussagen von Sony auf der diesjährigen CES in Nordamerika für 800 US-Dollar auf den Markt kommen soll, verlangen die Japaner hierzulande 1300 Euro.
Wer lieber auf den AVC warten möchte, muss sich noch etwas in Geduld üben: So konnte Joachim Reinhart, COO von Matsushita Europe, auf Nachfrage noch keinen europäischen Einführungstermin nennen. Da Reinhart jedoch von einer "globalen DVD-Recording-Strategie" sprach, ist interessant, dass auf einer Präsentations-Folie das Jahr 2004 auftauchte. Diese Angabe würde sich zudem mit Äußerungen von Matsushita USA auf der CES decken. (nij)