Experten: Cyber-Terrorismus ist keine Bedrohung
Cyber-Terrorismus ist aus Sicht der Teilnehmer eines CeBIT-Podiumsgesprächs eine Erfindung der Medien und der US-Regierung.
Die zunehmenden Angriffe über das Internet haben keinen terroristischen Hintergrund. Dies ist das Ergebnis einer Roundtable-Diskussion auf der CeBIT mit Bruce Schneier, Krypto-Guru und CEO von Counterpane Security, Art Coviello, Präsident von RSA Security, Rainer Fahs von der Nato, Sampaioo Nunes von der Europäischen Kommision sowie Raimund Genes von Trend Micro. Die Experten waren sich einig, dass der so genannte Cyber-Terrorismus keine reale Bedrohung darstellt. Der Großteil der Attacken gehe auf das Konto von Script-Kiddies. Terroristen bevorzugten hingegen Angriffe auf Ziele in der realen Welt. Dies sei "einfach lukrativer".
"Wenn ich einen Tag lang keine E-Mail erhalte, fĂĽhle ich mich nicht terrorisiert", brachte es Bruce Schneier auf den Punkt. Allerdings wurde in der Runde nicht angesprochen, ob elektronische Infrastrukturen fĂĽr Terroristen ĂĽberhaupt eine Rolle spielen und als unterstĂĽtzende Mechanismen fĂĽr Terrorismus geeignet sind.
Anders als viele Besucher erwartet hatten, hielt sich das Podium zu der von der Europäischen Union geplanten Cyber-Security-Agency bedeckt. Erst auf Nachfrage erklärte Nunes, dass die Union spätestens nach den Anschlägen vom 11. September handeln müsste. Für welche konkreten Aufgaben diese Behörde aus seiner Sicht zuständig sein sollte, blieb offen. (pab)