Umweltschutz: Händler-Kooperationen verlängern die PC-Lebensdauer
die Beschaffung eines "guten Gebrauchten" gleicht oft einem Lotteriespiel mit schlechten Gewinnchancen. Das Projekt ReUse Computer möchte dies ändern und baut in Berlin und Hamburg regionale Händlernetze auf.
Vor allem in Kleinbetrieben und für einfache Software-Anforderungen können auch ältere Computer noch gute Dienste leisten, die etwa von Großfirmen ausgemustert werden. Doch die Beschaffung eines "guten Gebrauchten" -- oder gar mehrerer gleichwertiger Geräte -- gleicht oft einem Lotteriespiel mit schlechten Gewinnchancen. Das Projekt ReUse Computer möchte dies ändern und baut in Berlin und Hamburg regionale Händlernetze auf, die nach einheitlichen Standards geprüfte Gebrauchtrechner mit Garantie verkaufen. Die Computer sollen sich für typische Büroanwendungen eignen. Außerdem will man auch Hardware verleihen.
Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projektes ist die Vermeidung von Computerschrott durch sinnvolle Längernutzung der Hardware. Laut Projektleiter Frank Becker von der TU Berlin (CeBIT: Halle 11, Stand D37) gibt es zwar zahlreiche Händler, die auch Gebrauchtgeräte anbieten, doch fehlt oftmals ein durchgängiges Angebot und ein gesicherter Qualitätsstandard. Außerdem können kleinere Händler die von Großfirmen in einem Rutsch ausgemusterten Mengen oft nicht alleine verwerten. Das zunächst mit öffentlichen Mitteln geförderte Projekt soll sich später selbst finanzieren. Dazu sucht man auch noch kooperationswillige Händler in Berlin und Hamburg.
Durch Kooperation der Händler sollen einheitliche Qualitätsstandards festgelegt, das Angebot erweitert und die Annahmekapazität gesteigert werden. Wichtig ist laut Becker auch die regionale Zusammenarbeit und Präsenz der Händler, ein wichtiges Argument für die lokalen Kunden. Adressen von bereits beteiligten Firmen in Berlin und Hamburg finden sich auf der Webseite des Projektes.
Zur Angebotspalette gehören auch gebrauchte Laptops. Bei diesen erreicht oft der Akku nicht mehr die volle Kapazität. Mit einem speziellen Resulf-Verfahren behandelt die Firma Teldeon diese Akkus, anschließend sollen sie wieder genügend Ladung speichern. Die Technik zielt bisher allerdings eher auf gewerbliche Kunden, die regelmäßig größere Mengen Akkus regenieren lassen wollen. (ciw)