Headset-Schwemme

Auf der CeBIT sind etliche neue drahtlose Freisprecheinrichtungen mit Bluetooth-Funk, Headsets, zu sehen -- manche Vorhersagen von Bluetooth-Verfechtern bewahrheiten sich anscheinend im Stillen.

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Von
  • Dusan Zivadinovic

Auf der CeBIT sind etliche Neuvorstellungen von Headsets mit Bluetooth-Funk zu sehen, also tragbare Freisprecheinrichtungen, die man sich ans Ohr klemmt. Experten hatten zu Beginn der Bluetooth-Ära gerade dieser Produktklasse eine große Verbreitung vorhergesagt, denn wer ein Bluetooth-Handy hat, kann mittels solcher Ohrfunker freihändig und kabellos am Lenkrad während der Fahrt telefonieren, ohne mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten. Inzwischen ziehen aber auch manche Spaziergänger oder Radfahrer mit den futuristisch gestalteten, oft blinkenden Geräten die Blicke der Passanten auf sich.

Headsets setzen als Kommunikationspartner sogenannte Audio Gateways voraus. Das sind in erster Linie Handys, die das Bluetooth-Profile Headset-AG haben, es können aber auch PCs sein -- dann dient das Headset zur schnurlosen Spracheingabe oder zur Telefonie per Voice over IP. Die maximale Reichweite der Headsets liegt bei 10 Metern und sie haben nur wenige Bedienelemente -- Tasten zum Ein- und Ausschalten oder zum Einstellen der Lautstärke etwa.

Man kann sie in zwei Bauarten unterteilen: Bei der ersten sind in einem meist muschelgroßen Gehäuse Sender-Empfänger mit Akku und Bedienelementen untergebracht. Daran ist über ein kurzes Kabel ein Ohrhörer angebracht. Diese Bauweise entlastet die Ohrmuschel. Doch es geht auch ganz ohne Kabel; etliche Headsets enthalten alle Bauteile in einem Gehäuse. Sie wiegen trotzdem nur zwischen 10 und 30 Gramm. Zu den bereits vorgestellten Geräten von Alan Electronics, Astradis, Anycom, Sony Ericsson und GN Netcom kamen zuletzt die Produkte von Siemens und das besonders kleine Nextlink.to hinzu.

Neuvorstellungen, die alle Bauteile in einem Gehäuse enthalten sind F89017ea von Belkin, (Halle 25, Stand E75), BTH-02-C2 von J3, (Halle 4, D7), BT315H von Kingene, (Halle 13, 68 -- erstes Bild), M3000 von Plantronics, (Halle 27, E38 -- zweites Bild) sowie HBH-60 von Sony Ericsson, das man in Halle 26, auf dem Stand D32 sehen kann. Zu den Headsets mit Kabel gehören MBH-M2.1 von Mavin, Halle 13, E75 und BT410H von Kingene -- Letzteres hat ein großes Gehäuse, in dem eine handelsübliche wiederaufladbare AAA-Batterie mit 700 mAh Kapazität steckt.

Wer Headsets für zu Segelohr-fördernd hält oder keine Impressionen an Science-Fiction-Implantate wecken will, für den sind vielleicht simple Car-Kits interessant. Elta führt in Halle 25 auf dem Stand D76 ein einfach gestricktes Gerät vor, das sämtliche Bauteile in einem etwa faustgroßen Gehäuse enthält und seinen Strom vom Zigarettenazünder bezieht. Weit mehr Funktionen bietet Initiums Promi-CK, das aus einem Headset und einer zentralen, etwa Zigarettenschachtel-großen Box besteht (Halle 13, D37). Das Promi-CK eignet zur Sprachwahl, koppelt an das Auto-Radio und kann es bei eingehenden Anrufen stumm schalten, es liest das Adressbuch "verbreiteter Handys" ein und lässt sich mittels einer mitgelieferten Software verwalten. Der Clou an dem Gerät ist aber, dass es auch SMS-Nachrichten vorlesen kann. (dz)