Reale Virtualität

Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz will Avatare entwickeln, die sich mit Menschen unterhalten können.

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Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Inga Rapp

Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz zeigt in Halle 11, A21 (future parc) lebendige Grundlagenforschung: Die drei virtuellen Schönheiten Tina, Greta und Valerie umringen den Besucher und diskutieren über seinen Kopf hinweg über Terminplanung.

Neben jeder Schönheit ist auf dem Bildschirm eine Grafik zu sehen, die die Beziehung zwischen den Dreien aus der Sicht der jeweiligen Person darstellt. So ist durch verschiedene Farben gekennzeichnet, wer wen nett findet und in welchen Themenbereichen gleiche Interessen vorherrschen. Der Besucher kann beobachten, wie sich die Beziehungen zwischen den Dreien während des Gespräches verändern: Wenn Tina etwa Valerie beleidigt, so büßt sie bei ihr automatisch Sympathiepunkte ein.

Ziel des Projektes ist es, Avatare soweit zu perfektionieren, dass sie mit einem Menschen kommunizieren können. Dabei bietet die Kongruenztheorie von Osgood & Tannenbaum die Grundlage für die Berechnung der Beziehungen. Das grundsätzliche Wertesystem, das jede Figur zu Beginn mit auf den Weg bekommen hat, wird mit Hilfe bestimmter Formeln immer weiter modifiziert, sodass der Charakter immer komplexer werden kann. Dabei spielen nicht nur die Beziehungen zwischen Einzelnen eine Rolle, sondern die gesamte Gruppe hat Einfluß auf die Entwicklung der künstlichen Figur.

Doch bis zur Vervollkommnung ist es noch ein langer Weg: Nicht nur die Mimik der drei Grazien läßt noch zu wünschen übrig, auch ihren Stimmen merkt man deutlich an, dass sie nicht echt sind. Und bis jetzt sind sie auch noch nicht in der Lage, einen Menschen in ihr Gespräch mit einzubeziehen. Das Standpersonal auf der CeBIT werden sie also noch nicht so schnell ersetzen können. (Inga Rapp) / (ad)