Sat.1 würde der Fernsehgruppe TF1 gut ins Konzept passen

Haim Saban verhandelt wieder mit TF1 über einen eventuellen Einstieg bei der Münchner Sendergruppe ProsiebenSat.1.

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Haim Saban verhandelt laut Medienberichten wieder mit der führenden französischen Fernsehgruppe TF1 über einen Einstieg bei der Münchner Sendergruppe ProsiebenSat.1. Saban und TF1 hatten zunächst gemeinsam um eine Beteiligung an KirchMedia geboten, dann gab der US-amerikanische Milliardär allein ein Angebot ab und unterschrieb den Vertrag, da vom Verwaltungsrat von TF1 die Einwilligung fehlte.

Der Einstieg bei der insolventen KirchMedia zusammen mit Haim Saban wäre für TF1 die erste große Auslandsinvestition. Speziell die deutschen Privatsender Pro Sieben und Sat.1 würden dem TF1-Chef Patrick Le Lay gut ins Konzept passen. Er hat mit der KirchGruppe bereits mehrfach Geschäfte gemacht. So kaufte TF1 vor zwei Jahren die Übertragungsrechte für die Fußball-Weltmeisterschaft 2002 und ein Sendepaket für die WM 2006. Der Sender hält auch die französischen Rechte für die Formel-1-Rennen und die Champions League.

TF1 hat sich nach der Privatisierung 1987 vom reinen TV-Anbieter zu einer breit aufgestellten Mediengruppe entwickelt. Das Spektrum reicht von der Filmproduktion übers Abonnentenfernsehen bis zum Rechtehandel und Internetgeschäft. Größter Anteilseigner ist nach wie vor die französische Baugruppe Bouygues. Die Telekommunikationstochter der Gruppe, Bouygues Telecom, die in Frankreich eine UMTS-Lizenz inne hat, tritt als i-mode-Vertreter in Frankreich auf.

Seit 1994 ist die TV-Gruppe von Bouygues mit dem reinen Nachrichten-TV-Sender LCI auf dem Markt. Seit 1998 gibt es auch einen Shopping-Kanal. Mit Eurosport verfügt die Gruppe über den größten europäischen Sportsender. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die TF1-Gruppe bei einem Umsatz von 2,65 Milliarden Euro einen Nettogewinn von 155,2 Millionen Euro. (anw)