Lauschangriff auf deutsche EU-Delegation

Bei Routineinspektionen vor dem am Donnerstag beginnenden Gipfel der Europäischen Union wurden in Büros der deutschen, britischen und griechischen EU-Delegation Abhörgeräte gefunden.

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Sicherheitskräfte der EU haben an Telefonleitungen der Delegationen Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens im Gebäude des EU-Ministerrates Abhörvorrichtungen entdeckt. Sie seien bei Routineinspektionen im Zuge des am Donnerstag beginnenden Gipfels der Europäischen Union gefunden worden, heißt es in Medienberichten. Wer die Geräte installiert haben könnte, steht noch nicht fest.

Die französische Zeitung Le Figaro vermutet, die USA habe die Abhörgeräte untergebracht, doch ein EU-Sprecher betont, derzeit sei es noch unmöglich, Verdächtigungen auszusprechen. Die Abhörgeräte sind laut den Berichten vor wenigen Tagen gefunden worden. Bei der Aufklärung des Vorfalls sollen sich nun auch die Geheimdienste der betroffenen Länder beteiligen.

Vor kurzem war der US-Geheimdienst NSA beschuldigt worden, Delegationen des UN-Sicherheitsrates zu belauschen. Die NSA sollte die Bemühungen der USA, eine Mehrheit der Sicherheitsrats-Mitglieder für eine zweite Resolution und eine Ermächtigung zum Krieg gegen den Irak zu gewinnen, mit Überwachungs- und Abhörmaßnahmen unterstützen. Auch beim EU-Gipfel wird vermutlich das Ultimatum der USA an Irak ein zentrales Thema sein. (anw)