Telekom trickst mit GrundgebĂĽhr
Bei Änderungen der Grundgebühren im März hat sich die Telekom mit einem Buchhaltungstrick einen zusätzlichen Schluck aus der Pulle gegönnt -- auf Kosten der Kunden.
Kunden, deren Grundgebühr zum 1. März erhöht wurde, greift die Telekom mit einem Buchhaltungstrick in die Tasche: Laut Telekom-AGB wird bei einer Änderung der Grundgebühr während eines Monats für jeden Tag ein Dreißigstel des Monatsgrundpreises verrechnet. Statt nun die fällige Tarifumstellung für einige der Altkunden bei T-Net-100- und T-DSL-Anschlüssen zum Monatswechsel vorzunehmen, hat sich die Telekom noch ein wenig Zeit gelassen und die Umstellung zum 2. oder 3. März vorgenommen. Auf den ersten Blick fällt es kaum auf: Der Kunde muss durch die verspätete Tarifumstellung mehr bezahlen.
Ein Rechenbeispiel mit fiktiven Zahlen: Steigt die Grundgebühr in einem Monat mit 31 Tagen von 15 auf 16 Euro und rechnet die Telekom die Umstellung zum 2. dieses Monats ab, so werden für den Zeitraum von 2. bis 31. des Monats für 30 Tage jeweils ein Dreißgstel fällig, mithin der volle Betrag von 16 Euro. Für den 1. März rechnet die Telekom dann zusätzlich ein Dreißigstel von 15 Euro ab. Ingesamt zahlt der Kunde also 16,50 Euro in dem Monat, in dem die Telekom die Grundgebühr von 15 auf 16 Euro erhöht. Bei DSL-Anschlüssen macht die so erwirtschaftete Differenz pro Kunde schon mehr als einen Euro aus.
Die Berechnungsmethode mit den Dreißigsteln ist in den meisten Fällen zum Vorteil der Telekom: In sieben Monaten im Jahr zahlt der Kunde bei einer Umstellung während des Monats drauf, in vier Monaten wird korrekt abgerechnet und nur bei einer Umstellung im Februar hat der Kunde einen Vorteil von der Berechnungsmethode. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Tarif steigt oder fällt, ob ein Vertragsverhältnis beginnt oder endet. Die für den Kunden ungünstige Regelung in den AGB dürfte gewollt sein: Bei derzeit rund 40 Millionen Telefonanschlüssen und entsprechend vielen Vertragsänderungen spült die für den Kunden ungünstige Regelung Jahr für Jahr vermutlich Millionenbeträge in die Kassen der Telekom, selbst wenn keiner der Verantwortlichen mit Rechnungstricks nachhilft. (uma)