Ricke sieht Telekom in Glaubwürdigkeitskrise

Angesichts "angeblich neuer und brisanter Informationen" über Bilanzmanipulationen und Falschbewertungen, sei das "Vertrauen in den Konzern und sein Management erschüttert", sagte der Telekom-Chef in einem Gespräch.

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Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke sieht seinen Konzern in einer "tiefen Glaubwürdigkeitskrise". Angesichts "angeblich neuer und brisanter Informationen" über Bilanzmanipulationen und Falschbewertungen, die in den vergangenen Wochen an die Öffentlichkeit gelangten, sei das "Vertrauen in den Konzern und sein Management erschüttert", sagte Ricke in einem Gespräch mit dem Spiegel. Bei den Anlegern sei ein "fataler Eindruck" entstanden.

Telekom und Bundesregierung werden unter anderem beschuldigt, bei drei Börsengängen milliardenschwere Risiken verschwiegen zu haben. Dabei stützen sich Anwälte von Aktionären, die in den USA gegen die Telekom klagen wollen, vor allem auf ein Schreiben des früheren Finanzvorstands Joachim Kröske aus dem September 1999 und ein weiteres, in dem Kröske und der damalige Vorstandschef Helmut Ricke -- der Vater des heutigen Telekom-Chefs -- von "Korrekturbedarf für das Vermögen und das Eigenkapital" berichten.

"Alle diese Vorwürfe werden sich als haltlos erweisen", sagte Ricke, laut dpa. Insbesondere der umstrittene Prospekt Börsengang 2000 "war und ist in Ordnung", betonte er. Weitere Überraschungen in der Bilanz seien jetzt nicht mehr zu erwarten. Gleichzeitig habe der Konzernchef Kritik am Telekom-Hauptaktionär, dem Bund, geübt, schreibt das Magazin. Als "absolut unprofessionell" bezeichnete Ricke die Vorgänge um die Ablösung des ehemaligen Telekom-Chefs Ron Sommer. (anw)