Aldi-LCD im Kurztest
Der letzte 17-Zoll-Flachbildschirm von Aldi war klasse. Wir haben geprĂĽft, wie es mit dem aktuellen Angebot aussieht.
Nachdem der letzte 17-Zöller von Medion in unserem Vergleichstest glänzen konnte, wollten viele Leser wissen, wie es um das aktuelle Aldi-Angebot eines 17-Zoll-LCDs bestellt ist. Wir auch. Also haben wir uns flugs den MD6155AN geholt und einem Kurztest unterzogen.
Gleich vorweg: Es handelt sich bei dem heute in den Aldi-Filialen stehenden 17-Zoll-Flachbildschirm nicht um dasselbe Modell wie Ende 2002, wenn auch die Verpackung zunächst darauf hoffen lässt. Die Zuleitungen verschwinden beispielsweise nicht mehr hinter einer klapprigen Klappe, sondern werden nach hinten unten weggeführt. Die Buchse zur Stromversorgung liegt etwas zu weit außen, weshalb der Stecker des externen Netzteils beim Einstöpseln leicht verklemmt wird -- nicht richtig kritisch, aber auch nicht eben wünschenswert. Der Fuß muss vom Anwender wieder selbst am Display befestigt werden, die Standfestigkeit leidet auch diesmal etwas unter der Verpackungsplatz sparenden Konstruktion. Beim Schwenken hält man das Gerät besser fest.
Das On-Screen-Menü enthält keine textlichen Erläuterungen, sondern nur grafische Symbole. Hat man sich deren Bedeutung im Handbuch erstmal angelesen, ist es gut zu bedienen. Schöner wäre es allerdings gewesen, wenn Medion einen direkten Zugriff auf Helligkeits- und Kontrastregler ermöglicht hätte. Immerhin gibt es für die Auto-Funktion einen separaten Knopf, und auch die Lautsprecher kann man mit einem einzigen Klick zur Ruhe bringen - aber leider nicht einstellen, das geht nur übers Menü. Im Klang entsprechen sie den üblichen Quäkern in Flachbildschirmen. Für Systemtöne reicht das, aber nicht für Musikgenuss. Gelungen ist die automatische Synchronisation: Bei einem Frequenz- oder Auflösungswechsel passt der Monitor selbstständig die Phasenlage an und sorgt so für ein flimmerfreies stabiles Bild.
Die Leuchtdichte lässt sich großzügig regeln. Für eine ordentliche Graustufenauflösung sollte man den Kontrast allerdings leicht reduzieren; andernfalls schwächelt das Display bei den sehr hellen Tönen. Da im Aldi-LCD ein 6-Bit-Panel steckt, wurde unser regelmäßiger Graukeil (256 Stufen von Schwarz nach Weiß) durch bunte Farbstiche vor allem in den dunklen Bereichen verunziert. Davon abgesehen ist die Graustufendarstellung recht ordentlich. Richtig klasse sind die leuchtenden Farben, zwar nicht unbedingt schräg von unten, aber von vorn oder besser noch etwas von oben. Unser Testexemplar war am rechten Rand etwas überstrahlt, ansonsten ist der Schirm gleichmäßig ausgeleuchtet. Der Kontrast liegt mit 240:1 im akzeptablen Bereich (das letzte Aldi-Display bot hier deutlich mehr), die Lesbarkeit von Schrift ist gut.
Bleibt noch die Schaltgeschwindigkeit. Sie hängt wie immer von der Kontrasteinstellung ab: Bei unserer Testeinstellung (optimale Graustufenwiedergabe, 100 cd/m2) war sie mit 35 Millisekunden nicht berauschend, im werksseitigen Preset bewältigt das Display den Helligkeitswechsel (Schwarz nach Weiß und wieder zurück nach Schwarz) in 23,5 Millisekunden,. Dann strahlt der Monitor den Anwender allerdings mit unergonomischen 240 cd/m2 an. Dreht man den Kontrast noch höher (auf circa 60 Prozent, Helligkeit unbedingt reduzieren), wird er noch ein bisschen schneller (22,5 ms).
Also kaufen oder nicht? Wenn Sie gerade einen neuen Monitor brauchen und möglichst wenig investieren möchten, sind Sie mit dem 17-zölligen Aldi-Display gut beraten. Für 379 Euro bekommt man derzeit wohl kaum etwas Besseres. Wer mehr in die Zukunft schaut, wird vielleicht lieber auf einen LCD-Bildschirm mit Digitaleingang setzen. Prognose: Es wird nicht mehr lange dauern, bis es den auch bei Aldi&Co. zu kaufen gibt. (uk)