Bayern will digitalen Hörfunk in ganz Deutschland durchsetzen [Update]
Zum Erfolg des digitalen Hörfunks müssen nach Ansicht von Staatskanzlei-Chef Huber sowohl die Hörfunk-Stationen als auch die Unterhaltungselektronik-Industrie beitragen
Bayern erwartet in der Diskussion um die digitale Hörfunktechnik DAB ein klares Signal der deutschen Ministerpräsidenten. Der Freistaat werde das Thema schon auf einer der nächsten Ministerpräsidenten-Konferenzen auf die Tagesordnung setzen, kündigte Bayerns Staatskanzlei-Chef Erwin Huber am Freitag auf einem Medienworkshop seiner Partei CSU in Nürnberg an. Nach Hubers Auffassung gehört dem Digitalen Audio Broadcast (DAB) die Zukunft.
Zur Begründung verwies er auf die bessere Empfangs-Qualität. Außerdem ließe sich mit digitalen DAB-Hörfunkgeräten anders als bei UKW-Radios eine Vielzahl von Datendiensten empfangen. "Wichtig ist jetzt, dass die Entwicklung der DAB in Deutschland auf allen Gebieten weiter vorangetrieben wird", unterstrich Huber. Die Forderung von Hörfunk-Anbietern und Endgeräte-Herstellern nach einer klaren Frist für das Auslaufen der UKW-Technik lehnte Huber ab. Dies müsse der Markt regeln.
Zum Erfolg des digitalen Hörfunks müssten sowohl die Hörfunk- Stationen als auch die Unterhaltungselektronik-Industrie beitragen. Die Branche müsse dabei für eine Übergangszeit einen Parallel- Betrieb von UKW und DAB in Kauf nehmen. Von den Endgeräte-Herstellern erwarte er preiswerte DAB-Radios. An die Automobilhersteller appellierte der CSU-Politiker, endlich mit dem Einbau von digitalen Autoradios zu beginnen.
Nach Angaben des Präsidenten der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien, Wolf-Dieter Ring, sind inzwischen in 80 bis 85 Prozent des Landes die jeweiligen Radioprogramme digital zu empfangen. Weiße Flecken auf der deutschen DAB-Landkarte gebe es nur noch in Teilen Norddeutschlands. Bundesweit seien bisher insgesamt 129 Programme sowohl über eine UKW-Frequenz als auch per DAB-Technik zu hören. (dpa)/ (tol)