Von der TV-Unterhaltung zum Handy-Spiel

Der Musiksender MTV will mit mobilen Spieleangeboten ein neues Kerngeschäft für sich etablieren.

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  • dpa

Dass sich mit mobilen Spiele- und Unterhaltungsangeboten Geld verdienen lässt, haben längst nicht nur die Netz- und Service-Provider erkannt. Auch TV-Unternehmen wie der Musiksender MTV wollen zunehmend das lukrative Geschäft mit Spielen für mobile Endgeräte für sich nutzen. "Wir wollen ein neues Kerngeschäft für MTV etablieren", begründete Odette Albani, Vice President für mobile Plattformen des Senders, auf der Multimediamesse Milia in Cannes die Entscheidung. Vor rund zwei Wochen schloss der Musiksender erste Vereinbarungen mit den Netzbetreibern T-Mobile und O2 sowie dem Handy-Hersteller Motorola. Und auch der holländische Fernsehproduzent Endemol, bekannt durch die Reality-Show Big Brother, zeigt nachhaltiges Interesse für den vielversprechenden Markt der Handyspiele.

Beschränkten sich mobile Ausflüge der Fernsehsender bisher auf SMS-Abstimmungen in TV-Shows, scheinen die Unternehmen mobilen Plattformen nun eine größere Bedeutung beizumessen. Um mobile Kompetenz ins Haus zu holen, übernahm Endemol vor rund einem Monat 51 Prozent des niederländischen Mobil-Experten Overloaded. William Linders, Entwicklungs-Chef bei Endemol, begründet die Akquisition: "Um kreativ zu arbeiten, muss man sich der technischen Limits des Mediums bewusst sein." MTV plane bisher keine Akquisitionen, sondern arbeite weiter mit Partnern. "Unser Businessmodell basiert auf Gewinnanteilen", sagte Albani.

Die erste mobile Spieleentwicklung für mehrere Spieler (Multiplayer) aus dem Haus Endemol stellte Linders in Cannes vor. In "Special Forces", so der Name des SMS-Spiels, jagen sich Teilnehmer gegenseitig. Wer aufgespürt wird, fliegt raus. Auch künftig wolle Endemol mobile Spiele entwerfen, die an erfolgreiche TV-Shows gekoppelt sind, sagte Linders. "Special Forces" soll dagegen unter der Marke Endemol und mit großem Werbeaufwand eigenständig seinen Weg in einem neuen Marktumfeld machen. "Vielleicht wird daraus einmal eine TV-Show", vermutet Linders. (dpa) / (mur)