Insolvenzverfahren gegen Emtec eröffnet
Insolvenzverwalter Jobst Wellensiek meint, der Speichermedienhersteller könne nur dann fortgeführt werden, wenn weiter erheblich Personal abgebaut werde.
Das Amtsgericht Ludwigshafen hat am Dienstag das Insolvenzverfahren gegen die Emtec Magnetics GmbH eröffnet. Als Insolvenzverwalter wurde der Heidelberger Rechtsanwalt Jobst Wellensiek bestellt. Das Unternehmen gehört zur Gruppe des Speichermedienhersteller Emtec. Wegen seiner Finanzprobleme hatte es bereits Ende vergangenen Jahres angekündigt, knapp ein Viertel seiner rund 2500 Stellen abzubauen. Weltweit sollten 600 Stellen abgebaut werden, davon 470 in Deutschland. Die einstige BASF-Tochter mit Sitz in Ludwigshafen hat auch einen Standort in Willstätt (Ortenaukreis).
In dem Insolvenzverfahren soll versucht werden, einen neuen Investor zu finden. Nach Angaben von Wellensiek muss damit gerechnet werden, dass das Unternehmen nur dann fortgeführt werden kann, wenn weiter erheblich Personal abgebaut werde. Nach einem Bericht der Mittelbadischen Presse soll geplant sein, das Unternehmen in einzelnen Teilen zu verkaufen. Am Dienstag sollten die Beschäftigten in einer Betriebsversammlung über den aktuellen Stand informiert werden.
Die Emtec-Gruppe gehört mit einem Umsatz von mehr als 730 Millionen Euro (2001) nach eigenen Angaben zu den größten Herstellern von Speichermedien weltweit. Dazu zählen neben Audio- und Videokassetten auch Bänder für Großrechner. Seit Ende Januar hat Emtec einen neuen Hauptanteilseigner. Der Vorsitzende des Beirats der Emtec International Holding GmbH, Peter Schmidt, übernahm die Anteile der Versicherung Legal & General Ventures Group (LGV) und hält den Angaben zufolge nun 92 Prozent. (dpa) / (anw)