Kein Freifahrtschein fĂĽr Open Source in Indien
Indien will es sich offen halten, ob und wann Open-Source- oder proprietäre Software eingesetzt wird.
Die indische Regierung wird kein staatliches Programm starten, um Open-Source-Software in ihrem Land gegenüber proprietärer Software generell durchzusetzen. Das hat Informations- und Kommunikationsminister Arun Shourie laut Medienberichten bei der Vorstellung des Supercomputers Param Padma gesagt. Offensichtlich will es sich die indische Regierung von Fall zu Fall offen lassen, welche Software zum Einsatz kommt oder importiert wird. Allerdings sei in Fällen, in denen es um die nationale Sicherheit geht, zu empfehlen, auf Eigenentwicklungen zu setzen, meinte der Minister.
Damit äußerte sich erstmals ein Politiker der indischen Regierung zum Kurs, den das Land bei Software einschlagen will. Im November 2002 schöpften Open-Source-Befürworter noch große Hoffnung, als es schien, Microsoft-Gründer Bill Gates und seine Investitionen seien in Indien zumindest nicht uneingeschränkt willkommen. Im Oktober hatte das Department of Information Technology vorgeschlagen, proprietäre Software aus staatlichen Einrichtungen zu verbannen. (anw)