c't-Gehaltsspiegel: Weniger Gehalt trotz höherer Sonderleistungen
Die Gehälter der Beschäftigten in IT-Berufen schrumpfen laut einer c't-Umfrage; gleichzeitig steigt der Anteil variabler Bezüge.
Die Beschäftigten in IT-Berufen haben im vergangenen Jahr höhere Sonderleistungen erhalten, insgesamt aber leicht niedrigere Einkommen erzielt. Dies ist ein Ergebnis der Umfrage zum c't-Gehaltsspiegel 2003, die heise online im Januar durchgeführt hat. Mitgewirkt haben über 7700 Leser. Zum ersten Mal konnten sich auch Arbeitnehmer aus der Schweiz und Österreich beteiligen. Die detaillierte Auswertung steht jetzt für alle Umfrageteilnehmer und c't-Leser, die Heft 6/2003 verpasst haben, online zur Verfügung.
Wie in der ersten Umfrage vor einem Jahr wurden die Teilnehmer nach Gehältern und Sonderleistungen gefragt, die sie im Jahr 2002 erhalten haben. Im Durchschnitt gaben die deutschen Teilnehmer für das Jahr 2002 ein Bruttoeinkommen an, das -- eingerechnet die gestiegenen Sonderleistungen -- insgesamt um vier Prozent niedriger lag als im Vorjahr. Nicht betroffen vom leichten Rückgang waren die Einkommen derjenigen, die sich bei der Umfrage unter dem Stichwort "Geschäftsführungsebene" eingeordnet hatten. Mit fast 73 000 Euro im Schnitt erhalten sie wie im Vorjahr gut das Anderthalbfache des durchschnittlichen Jahreseinkommens -- allerdings bei einer wöchentlichen Durchschnittsarbeitszeit von 55 Stunden. Alle anderen Berufsgruppen arbeiten im Schnitt pro Woche zwischen 43 und 46 Stunden. Vergleicht man die Einkommen in einzelnen Berufsfeldern, so verdienten Mitarbeiter im öffentlichen Dienst durchschnittlich nur gut vier Fünftel dessen, was ihre Kollegen in der Wirtschaft erhalten -- bei nur minimal geringerer wöchentlicher Arbeitszeit.
Nach den Angaben der Umfrageteilnehmer hat sich im vergangenen Jahr das Gehaltsgefüge stärker zu variablen Anteilen verschoben: Im Bereich der Sonderleistungen liegt der Mittelwert mit 3600 Euro im Jahr rund ein Drittel über dem Vorjahresergebnis. Erwartungsgemäß oben rangieren die kaufmännischen Berufsfelder: Neben dem Management mit gut 11 000 Euro liegen die Berufsfelder Marketing und Vertrieb (9800 Euro), Beratung/Consulting (6600 Euro) sowie E-Commerce (4250 Euro) ebenso über dem Gesamtdurchschnitt wie beim Einkommen insgesamt.
Dabei ist das Spektrum der von den Teilnehmern genannten Sonderleistungen weiterhin breit gestreut: Es reicht von der Wohnung, Lebensversicherung, Umsatzbeteiligung bis zu vermögenswirksamen Leistungen und Handys. Mitunter sind aber auch nur die schlichten Dinge dies Lebens wie kostenloser Kaffee am Arbeitsplatz im Angebot -- oder die exotischen, wie etwa eine "Prämie für Headhunt".
Insgesamt beurteilen die Beschäftigten die Einkommenssituation in IT-Berufen durchaus positiv. Zwar hält die Mehrheit anders als im Vorjahr die Verdienstchancen nicht mehr für besser als in anderen Berufen. Dass sie aber schlechter sind, glaubt nach wie vor nur eine kleine Minderheit.
Zum Thema Arbeitsmarkt siehe auch: (em)
- Studie: IT-Etats sinken, Gehälter steigen
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