Späte Ehre für RSA-Erfinder Rivest, Shamir und Adleman

Die ACM hat die Erfinder des RSA-Algorithmus zur asymmetrischen Datenverschlüsselung, Ron Rivest, Adi Shamir und Leonard Adleman, mit dem Turing Award 2002 ausgezeichnet.

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Von
  • Michael Schmidt

Der mit 100.000 US-Dollar dotierte Turing-Preis 2002 der amerikanischen Association of Computing Machinery (ACM) geht an die Erfinder des RSA-Algorithmus zur asymmetrischen Datenverschlüsselung Ron Rivest, Adi Shamir und Leonard Adleman.

Der von Intel gesponserte Preis, der als wichtigste Auszeichnung in der Informatik gilt, wird jährlich an Forscher vergeben, die mit ihrem bedeutenden Beitrag einen nachhaltigen, positiven Einfluss auf die IT-Welt hatten. Im Falle von Rivest, Shamir und Adleman war es jedoch eine sehr späte Ehrung, da sie den RSA-Algorithmus bereits im Jahr 1977 am Massachusetts Institute of Technology (MIT) entwickelt hatten.

Der RSA-Algorithmus ermöglicht die Ver- und Entschlüsselung von Daten mit einem Paar zusammengehöriger Schlüssel, von denen der eine geheim gehalten (privater Schlüssel) und der andere der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird (öffentlicher Schlüssel). Was mit dem einen Schlüssel verschlüsselt wird, kann nur mit dem anderen wieder dechiffriert werden. Bis zur Entwicklung von RSA beherrschten symmetrische Verfahren (mit nur einem geheimen Schlüssel, wie beispielsweise DES) die verschlüsselte Kommunikation. Das RSA-Verfahren führt zu einer erheblichen Vereinfachung der im Vorfeld der Verschlüsselung erforderlichen Verteilung der Schlüssel an alle beteiligten Kommunikationspartner, was für die Absicherung von Transaktionen im Internet von essenzieller Bedeutung ist. Bis heute ist RSA der wichtigste Vertreter der asymmetrischen Verschlüsselungsverfahren. Er wird weltweit in Internet-Sicherheitsprotokollen wie IPSec und SSL eingesetzt.

Ron Rivest hat derzeit einen Lehrauftrag am Electrical Engineering and Computer Science Department (EECS) am MIT. Adi Shamir ist Professor am Applied Mathematics Department des Weizmann-Instituts in Israel. Leonard Adleman ist Professor für Informatik und für Molekularbiologie an der University of Southern California (USC). (Michael Schmidt) / (ola)