Fraunhofer-Gesellschaft will leistungsfähiger werden
Vernetzung und Professionalisierung lautet das Rezept von Fraunhofer-Chef Hans-Jörg Bullinger.
Die Fraunhofer-Gesellschaft will ihr Technologie-Portfolio an die Trends und die veränderten Märkte anpassen, erklärte ihr Präsident Hans-Jörg Bullinger auf der Jahrespressekonferenz in München. Während zum Beispiel der Verbund Produktion seine besten Tage hinter sich hat, soll der Verbund Life Science ausgebaut werden -- um zwei Beispiele der insgesamt sechs Verbände, zu denen sich 48 der 57 Fraunhofer-Institute zusammengefunden haben, zu nennen.
Der Bereich Life Sciences soll noch in diesem Jahr durch die Errichtung eines neuen Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie in Leipzig gestärkt werden. Das Land Sachsen beteiligt sich daran mit einer Sonderfinanzierung.
Das Themenfeld Verkehr soll durch die Vernetzung von 15 Instituten verstärkt werden. Innovative Systementwicklungen -- so das neue Credo der Fraunhofer-Gesellschaft -- basieren nämlich auf dem Zusammenwirken vieler Disziplinen. "Die flexible und schnelle Vernetzung der notwendigen Kompetenzen innerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft ist nur einer unserer großen Wettbewerbsvorteile", warb Bullinger.
Neben der Stärkung besonders zukunftsträchtiger Bereiche und der Vernetzung versprach die Gesellschaft für das laufende Jahr zudem Maßnahmen zur Personalentwicklung und eine weitere Steigerung der Professionalisierung der Forschungsplanung. Neu geschaffen wird zudem ein Präsidium. In diesem Gremium sollen vierteljährlich Vorstand und Verbundsvorsitzende über die weitere Strategie der Gesellschaft beraten.
Im vergangenen Jahr hatte der Haushalt der Fraunhofer-Gesellschaft erstmals die Summe von einer Milliarde Euro überstiegen. Doch der Zuwachs war nur durch einmalige Sondermaßnahmen getrieben; seit Jahresende haben sich die Rahmenbedingungen verschlechtert, da sowohl die öffentliche Förderung als auch die Auftragsforschungsmärkte eingebrochen seien, heißt es in einer Mitteilung. (tol)