500-Dollar-Strafe für Verkauf von Gewalt-Spielen an Minderjährige

Der US-Bundesstaat Washington geht gegen den freien Verkauf von PC-Spielen vor, die Gewalt gegen Frauen und das Töten von Polizisten zeigen.

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Von
  • Holger Dambeck

Der US-Bundesstaat Washington geht gegen den freien Verkauf von gewaltverherrlichenden PC-Spielen vor. 500 Dollar Strafe kostet es künftig, wenn Angestellte von PC-Shops derartige Spiele an Minderjährige verkaufen oder verleihen. Ein entsprechendes Gesetz verabschiedete gestern der Senat des Bundestaats. Es muss vor Inkrafttreten noch von Gouverneur Gary Locke unterzeichnet werden. Das Gesetz richtet sich vorrangig gegen Spiele, die Gewalt gegen Frauen und das Töten von Polizisten zeigen.

Vorausgegangen war eine Initiative von Abgeordneten aus Seattle, die die Spielehersteller zu freiwilligen Regulierung des Verkaufs von Gewaltspielen bewegen wollten. Der Spiele-Verkauf in den USA ist nicht staatlich reglementiert. Einige Anbieter bringen gleichwohl eine Altersangabe auf ihren Spielen an, jedoch längst nicht alle. Nach Angaben der Republikanerin Mary Lou Dickerson hatten Spielehersteller wie Nintendo einer Selbstverpflichtung bereits zugestimmt, diese jedoch nicht umgesetzt. Daraufhin entschieden die Abgeordneten, das Ganze per Gesetz zu regeln.

In Deutschland waren die Politiker schneller. Anlass war Amoklauf eines Erfurter Schülers und die daraufhin einsetzende Debatte über die Gefahren, die von Gewaltspielen am PC ausgehen. Bereits im Sommer 2002 verabschiedete der Bundestag das neue Jugendschutzgesetz, dass unter anderem eine Altersklassifizierung von Spielen und Filmen vorsieht. Das Gesetz trat am 1. April in Kraft. Medien ohne Alterskennzeichnung gelten demnach als nicht jugendfrei und dürfen nur noch an Erwachsene verkauft werden. Inzwischen fordern einzelne Politiker sogar eine weitere Verschärfung des Jugendschutzgesetzes. (hod)