FAQ: Drucker und Multifunktionsgeräte
Seit ich eine neue Schwarzpatrone in meinen Single-Ink-Tintendrucker eingesetzt habe, druckt er kein Schwarz mehr. Woran liegt das?
- Manfred Bertuch
Gestörter Nachfluss
Seit ich eine neue Schwarzpatrone in meinen Single-Ink-Tintendrucker eingesetzt habe, druckt er kein Schwarz mehr. Woran liegt das?
Höchstwahrscheinlich waren Sie beim Auspacken zu vorsichtig und haben deshalb die Patronenbelüftung nicht richtig geöffnet. Eigentlich soll das beim Aufreißen der Plastikverschweißung erfolgen. Manchmal sitzt die Patrone auch nicht richtig im Druckkopf oder der Schwamm ist an der Oberfläche der Tintenauslassöffnung ein wenig angetrocknet. In solchen Fällen hilft ein kräftiger Druck auf die Seitenwände der Patrone oder man drückt den Schwamm mit einem stumpfen Gegenstand ein ganz klein wenig Richtung Patroneninneres, sodass er mit frischer Tinte durchtränkt wird.
Wer rastet, der trocknet
Ich habe nur sehr selten etwas auszudrucken. Wie kann ich verhindern, dass in meinem Drucker die Tinte eintrocknet, und was muss ich tun, wenn es trotzdem passiert?
Gegen das Eintrockenen gibt es sehr simple, aber in der Summe wirkungsvolle Vorbeugemaßnahmen. Stellen Sie den Drucker nicht in Nähe der Heizung oder eines Fensters auf, wo er direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Schalten Sie den Drucker stets über seinen Ausschalter ab, bevor Sie ihm möglicherweise den Strom entziehen, etwa über einen Schalter in der Steckerleiste. So stellen Sie sicher, dass der Druckkopf in der richtigen Position abgedichtet geparkt wird. Wenn es sonst nichts zu drucken gibt, sollten Sie alle zwei bis drei Wochen ein Düsentestmuster drucken. Das verbraucht wenig Tinte und spült trotzdem sicher jede Düse. Man findet den Düsentest über den Druckertreiber unter dem Stichwort „Wartung“ (Canon, Epson) oder „Druckerdienste“ (HP).
Billiger drucken mit Tinte
Stimmt es, dass Tintendrucker geringere Druckkosten haben als Laserdrucker?
Manche Drucker- und Multifunktionsgeräte mit Einzeltinten drucken ausgesprochen günstig, Farblaserdrucker besonders im unteren Preissegment dagegen meist exorbitant teuer. Niedrigere Druckkosten gibts gerade bei Laserdruckern nur mit Geräten, die für höhere Druckaufkommen ausgelegt und entsprechend teurer sind.
Textlastig
Ich will eigentlich nur Text drucken und das möglichst günstig. Sind Tintendrucker dabei inzwischen tatsächlich günstiger als Laserdrucker?
Der Vergleich ist problematisch, weil es keine gemeinsame Norm für die Angabe der Druckkosten bei diesen beiden Typen gibt. Bei Tintendruckern geben die Hersteller nur den Schwarzanteil an einem Farbdokument an. Die Geräte scheinen deshalb besonders günstig zu sein, weil der Schwarzanteil des Farbdokuments geringer ist als der Deckungsgrad des Normdokumentes für Schwarzweißdrucker. Vernachlässigt wird dabei auch, dass Farbtinte deutlich teurer ist und nicht nur zum Drucken, sondern auch für Reinigungsvorgänge verwendet wird. In der Praxis kommt man mit einem Schwarzweißlaser für den reinen Textdruck deshalb wohl meist billiger weg. Zudem sind die Laserdrucke sofort wischfest und zeigen in der Regel ein schärferes Schriftbild.
Frischzellenkur
Kann ich meinen etwas betagten Drucker mit zusätzlichem Arbeitsspeicher flotter machen?
Eher nicht. Nur in seltenen Konstellationen bei speziellen Druckaufträgen besteht ein direkter Zusammenhang zwischen der Speicherkapazität des Druckers und seinem Arbeitstempo. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn Sie einen Laserdrucker mit Duplex-Einheit besitzen, dessen Speicher nur für eine Seite ausreicht. Der Drucker müsste dann bei einem zweiseitigen Dokument zunächst die Vorderseite verarbeiten, sie drucken und dann die Daten für die Rückseite empfangen. Will man mehrere Kopien anfertigen, beginnt der Vorgang jedes Mal von vorn. Hier wäre eine Speichererweiterung sinnvoll, weil der Drucker dann beide Seiten im Speicher halten kann und ab der zweiten Kopie wesentlich flotter druckt.
Bei Tintendruckern ist eine Speichererweiterung gar nicht vorgesehen und sie wäre auch nicht sinnvoll. Sie drucken ohnehin Zeile für Zeile und empfangen dabei die Daten stets aufs Neue vom PC, ohne dass dies Einfluss auf die Geschwindigkeit hätte.
Ausführliche Hinweise, für welchen Drucker eine Speichererweiterung sinnvoll ist und wo man günstig geeignete Module bekommt, enthält der Artikel „Gedächtnishilfe“ in c't 7/09 ab Seite 176 .
Scannen ĂĽbers Netzwerk
Ich möchte mir ein netzwerkfähiges Multifunktionsgerät zulegen. Die werden zum Teil schon für unter 200 Euro angeboten. Kann man mit so einem Gerät auch per Netzwerk scannen oder ist dafür stets ein USB-Anschluss erforderlich?
Meist können sie auch per Netzwerk scannen. Allerdings benötigen billigere Geräte im Unterschied zu teureren dafür oft eine spezielle Software, die nur für die gerade aktuelle Windows-Version und bei etwas gehobeneren Modellen auch für die gerade gängigen Varianten des Mac OS angeboten wird. Bei späteren Betriebssystemwechseln bleibt die Scanfunktion dann möglicherweise auf der Strecke. Schon für etwa 50 Euro mehr findet man Modelle, die das Scannen an freigegebene Ordner oder den eigenständigen Mailversand via SMPT beherrschen und damit von Software und Betriebssystemen unabhängig sind. Man muss aber sehr genau darauf achten, dass sich hinter unpräzisen Versprechungen wie „Scan-to-Folder“ oder „Scan-to-Mail“ nicht lediglich lokale Funktionen der mitgelieferten Software, sondern echte Netzwerkfähigkeiten verbergen. Das ist oftmals anhand der Spezifikationen kaum auszumachen. Im Zweifel muss man nähere Auskünfte dazu beim Hersteller oder Händler einholen. ()