DNA-Day: Entdeckung der Doppelhelix vor 50 Jahren

Am 25.April 1953 erschien in Nature 171 auf nur zwei Seiten ein Artikel, der die Welt veränderte.

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Von
  • Andreas Stiller

Am 25.April 1953 erschien in Nature 171 auf nur zwei Seiten ein Artikel, der die Welt veränderte: In A Structure for Deoxyribose Nucleic Acid gaben der amerikanische Gastwissenschaftler James Dewey Watson -– ursprünglich Ornithologe -- und der britische Forscher Francis Harry Compton Crick -- ursprünglich Physiker --, die Endeckung der Doppelhelixstruktur der Desoxy-Ribonukleinsäure bekannt, der Trägersubstanz der Erbanlagen.

Erst ein paar Wochen zuvor, genauer am 28. Februar 1953 war den Wissenschaftlern des Cavendish Labs die Erleuchtung gekommen -- nicht etwa im Labor, sondern beim beschwingenden Bier im Eagle Pub im altehrwürdigen englischen Cambridge. Hier grübelten sie über Daten und Röntgenbilder, die sie allerdings zum Teil nicht selbst erstellt hatten, sondern die irgendwie von der konkurrierenden Wissenschaftlerin Rosalind ("Rosy") Franklin aus London vom King's College herüber"getunnelt" waren. Rosy selbst war auch schon ganz nah an der Lösung dran, nur der letzte "Dreh" zur Doppelhelix fehlte noch -- vielleicht hätte sie auch ein paar Bier trinken sollen -- und so schnappten ihr die beiden Kollegen Lösung, Veröffentlichung und die Meriten vor der Nase weg. Viele Jahre später, sechs Jahre nachdem Watson, Crick und Wilkins (der auch mit vielen Röntgenaufnahmen zur Lösung beigetragen hatte) den Nobelpreis für Medizin 1962 eingestrichen hatten, erläuterte Watson die Sache recht offen in einem beeindruckenden, spannenden und äußerst empfehlenswerten Buch The Double Helix . Doch Rosalind Franklin hat das alles nicht mehr miterlebt, sie starb schon 1958, nur 37 Jahre jung, an Krebs.

Wem auch immer welche Meriten zustehen, heute wird jedenfalls weltweit DNA-Day gefeiert, zuvorderst natürlich bei Nature und beim National Human Genome Research Institute sowie bei vielen anderen Instituten, etwa hier. Das menschliche Genom ist ja inzwischen vollständig entschlüsselt. DNS ist aber nicht nur Objekt von Berechnungen, sondern kann áuch selbst rechnen und so als biologischer Supercomputer dienen. Immerhin soll ein Mikroliter DNS-Suppe 66 000 MIPS schaffen. (as)