Musikdienst BeSonic kriselt weiter
Der Online-Musikdienst BeSonic steht -- wieder einmal -- finanziell auf wackeligen Beinen und soll einen Insolvenzantrag gestellt haben.
Clapton? Klar, kennt jeder. Moment -- Sheryl Clapton? Der Online-Musikdienst BeSonic hat sich auf neue Künstler spezialisiert und bietet für diese ein Internet-Schaufenster mit Downloads an. Ursprünglich wurde das deutsch- und englischsprachige Portal unter anderem von Bertelsmann finanziert, doch geriet der Dienst bald in finanzielle Engpässe. Jetzt scheint sich die Situation wieder zuzuspitzen: Einer Meldung von klassic.com zufolge hat das Hamburger Unternehmen einen Insolvenzantrag gestellt.
Wie auch sein US-Pendant MP3.com versuchte BeSonic zwischenzeitlich, seine finanzielle Misere mit vereinzelten kostenpflichtigen Downloads zu lösen, wobei die Song-Preise zwischen 50 Cent und 1,45 Euro liegen. Anfang März übernahm dann der Multimedia-Spezialist TerraTec den angeschlagenen Dienst. Daraufhin kündigte BeSonic vollmundig an, man werde jetzt zum ursprünglichen Plan der Plattform zurückgehen, alle Services wieder kostenfrei zur Verfügung stellen und die Website zu einer "reinen Künstler- und Promotions-Plattform für die Musikbranche" umzubauen.
Schienen mit der Übernahme durch Terratec zunächst alle Probleme aus der Welt, klingen jetzt aus Hamburg wieder andere Töne. Demnach sieht sich BeSonic mittlerweile zahlungsunfähig und hat einen Insolvenzantrag vor dem Amtsgericht gestellt. TerraTec soll allerdings angekündigt haben, den Dienst in jedem Fall weiterzuführen -- fragt sich nur, in welcher Form.
P2P-Apologeten führen gern zu ihrer Verteidigung vor, dass es an Alternativen zum Entdecken neuer Musik fehle -- da wirkt es wie bittere Ironie, dass genau mit diesem Ziel geschaffene Dienste wie BeSonic und MP3.com immer wieder um das Überleben kämpfen. (ghi)