Bericht: SAP kämpft um Siemens-Wartungsvertrag

Das Softwarehaus ist laut einem Zeitungsbericht zu Zugeständnissen beim Preis bereit, um den jüngst überraschend gekündigten Vertrag zurückzugewinnen.

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Von
  • Christian Persson

Das Softwarehaus SAP bemüht sich intensiv um die Verlängerung des von Siemens gekündigten Wartungsvertrags. Es gebe Gespräche auf "mehreren Ebenen", berichtet Euro am Sonntag in seiner aktuellen Ausgabe unter Berufung auf informierte Kreise. SAP versuche "zu retten, was zu retten ist." Dabei sei SAP zu spürbaren Zugeständnissen bereit. Um Siemens finanziell entgegenzukommen, biete SAP auch die Einführung eines Global Enterprise Agreement (GEA) an. Dies brächte weitgehende Gestaltungsfreiheit bei den Preisen.

Siemens hatte den prestigeträchtigen Wartungsvertrag mit SAP unlängst überraschend gekündigt. Sollte es bei der Kündigung bleiben, würden SAP pro Jahr allein für die Wartung rund 35 Millionen Euro entgehen. Dazu kämen nach Schätzung von Analysten weitere 40 bis 50 Millionen jährlich für neue Software-Lizenzen. Der allergrößte Teil dieser Erlöse wäre ergebniswirksam. In Branchenkreisen gilt der US-Spezialist Rimini Street als aussichtsreichster Kandidat für die Übernahme des Wartungsgeschäfts bei Siemens. Allerdings gilt ein solches Projekt als sehr anspruchsvoll. Weltweit verfügt Siemens über rund 300 SAP-Installationen und ist einer der größten SAP-Kunden.

Sollte Siemens von seiner Kündigung nicht abzubringen sein, könnte dies für SAP weitreichende Folgen haben, schreibt Euro am Sonntag: "Wenn Rimini Street oder ein anderer Anbieter bei Siemens zum Zug kommt und das klappt, könnten andere Unternehmen dem Beispiel folgen. Dann hätte SAP ein echtes Problem", sagte ein Analyst, der ungenannt bleiben wollte. In der Branche wird der Ausgang des Tauziehens daher aufmerksam verfolgt. Sprecher von Siemens und SAP lehnten auf Anfrage des Blattes einen Kommentar ab. (cp)