Ganz schön cool

Sommer, Sonne, Eiscreme – ein untrennbares Team. Und wer den Sommertag im Haus verbringen muss, kann wenigstens im Internet nachlesen, was es alles über Speiseeis zu wissen gibt.

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Lesezeit: 6 Min.
Von
  • Diane Sieger

Endlich ist es wieder so weit und die Eissaison ist in vollem Gange. Ob man den Eisbecher im kleinen italienischen Eis-Café um die Ecke genießt, sich in die Schlange beim großen Franchise-Nehmer à la Häagen Dazs anstellt oder sich mit der industriell hergestellten Version von der Tankstelle begnügt – im Sommer gibt es kaum einen Tag, der unpassend für ein Eis erscheint.

Durchstreift man das Internet nach Fakten über die kühle Süßigkeit, klärt zunächst die „Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“ über die historischen Hintergründe des Speiseeises auf. Bereits der römische Kaiser Nero verwöhnte seine Gäste mit einem eisgekühlten Dessert aus Schnee, Rosenwasser, Honig und Früchten, für dessen Herstellung Schnee aus den Albaner Bergen nach Rom gebracht wurde. Und gegen Ende des 13. Jahrhunderts berichtete Marco Polo von bislang unbekannten Eisspeisen in China, Zentralasien und im Vorderen Orient. Da diese Länder regen Handel mit Venedig trieben, hielt die Idee des Speiseeises letztendlich Einzug in Europa. Es lohnt sich, nachzuverfolgen, wie die Geschichte von da an weiterging.

Informationen zur beliebten Schleckerei gibt es online reichlich. Doch schon allein bei den erhältlichen Sorten auf dem Laufenden zu bleiben, gestaltet sich schwierig. Die italienische Vereinigung der Eishersteller (Associazione Gelatieri) schätzt, dass es derzeit über 600 Eissorten gibt, unter anderem in solch ungewöhnlichen Geschmacksrichtungen wie Rucola, Fenchel oder Pesto.

Doch diese Exoten schaffen es nicht, den Klassikern unter den Eissorten den Rang abzulaufen. Beinahe ein Fünftel aller Eisesser in Deutschland bevorzugen Vanillegeschmack in ihrem Hörnchen, dicht gefolgt vom Schokoladeneis. Auch Stracciatella und Erdbeer sind noch angesagt, fallen mit unter 10 % aber schon ziemlich hinter dem Topteam zurück. Was auf den niedrigeren Rängen residiert, zeigt eine Grafik bei Wikipedia.

Weitere Fakten rund um das Speiseeis liefert das Internetangebot der deutschen Markeneishersteller, das unter dem Titel „Eis Info Service“ daherkommt. Hier gibt es sämtliche Informationen, die das Statistikerherz höherschlagen lassen. Schon gewusst, dass Milcheis einen Milchanteil von mindestens 70 % hat, Fruchteis dagegen nur einen Fruchtanteil von mindestens 20 %? Oder dass im Jahre 2003 mehr Markeneis in Deutschland verspeist wurde als in jedem anderen Jahr seit 1999? Zusätzlich bietet der „Eis Info Service“ einen Blog mit fantastischen Eisrezepten an, fast jeden Tag kommt eine neue Köstlichkeit hinzu. Ob lustiger Pinocchio für Kinder oder die Piña-Colada-Variante für Erwachsene – hier ist für jeden Geschmack etwas dabei. Und wer dem Eis-Dienst auf Twitter folgt, bekommt den Link zum aktuellen Blog-Eintrag täglich zugezwitschert.

Nicht nur die Hersteller industriell gefertigten Speiseeises sind im Netz zu finden, auch die zahlreichen handwerklich arbeitenden kleinen italienischen Eisdielen haben ihre eigene Vertretung – die Union der italienischen Speiseeishersteller, kurz: UNIT e. V. Auf deren Webseite gibt es ein Video, das den Blick über die Schulter eines Eishandwerkers erlaubt. Wer also schon immer einmal wissen wollte, wie es hinter den Kulissen des Eiscafés an der Ecke aussieht und welche Schritte für die Herstellung des Speiseeises nötig sind, sollte sich den Film bei nächster Gelegenheit anschauen. In diesem Jahr haben die Mitglieder des Verbands übrigens Prosecco als neuen Geschmack vorgestellt.

Eine besondere Eiskreation aus deutschen Landen ist übrigens das Spaghetti-Eis. Ist man mit dem Nudelbecher aufgewachsen, mag man es kaum glauben, aber außerhalb Deutschlands ist das durch eine Spätzlepresse gedrückte Vanilleeis eine Sensation – wie man dem Fotoblog-Eintrag der Australierin Alyssa Davies entnehmen kann. Bereits in der Schule hatte sie vom Spaghetti-Eis gehört, mochte es dennoch kaum glauben, dass sie in Deutschland tatsächlich eins bestellen konnte. Als Erfinder des Pasta-Klons gilt der Mannheimer Dario Fontanella. Im Jahr 1969 wollte der Sohn italienischer Einwanderer seinen Vater mit einer besonderen Eisvariante überraschen – seither ist das Spaghetti-Eis aus Eisdielen in Deutschland nicht mehr wegzudenken. Diese und weitere Informationen rund um Fontanella kann man bei Stimme.de nachlesen.

Figurbewusste, die dem Eis aufgrund seines Rufs als Dickmacher in der Regel aus dem Weg gehen, sollten sich die Fotostrecke zum Thema „Eissorten im Kaloriencheck“ der Rheinischen Post zu Gemüte führen. Natürlich muss es nicht gleich eine Kalorienbombe à la Magnum Mandel sein. Ein Capri kommt mit lediglich 54 Kalorien daher – da kann man auch mal schlemmen, wenn man auf Diät ist. Wenigstens erstmal in Form von Bildern und zugehörigen Kalorienangaben. Noch detaillierter sind die Angaben der Fitnesswelt – hier gibt es zwar keine attraktiven Fotos zur Kalorienübersicht, dafür aber jede Menge zusätzliche Angaben wie Kohlenhydrat- oder Fettanteil, für zahlreiche Produkte von A wie After Eight Cup, über N wie Nogger bis hin zu Z wie Zoostick.

Wie wäre es mit einem kleinen Eiscreme-Onlinespielchen für den Zeitvertreib? Man könnte beispielsweise Donald Duck helfen, seinen Turm aus Eiskugeln hoch in den Himmel zu bauen. Weitere lustige Spiele rund ums Thema gibt es bei Ben & Jerry’s. Der amerikanische Eishersteller bietet unter dem Stichwort „Fun“ einige Onlinespiele an. Wie wäre es zum Beispiel damit, die milchliefernde Kuh auf dem Surfboard durch den Fluss zu geleiten? Oder die legendäre Phish-Food-Eiscreme mit kleinen Schokofischen zu bestücken? Auf jeden Fall bietet die Seite kurzweiligen Spaß für alle Eisliebhaber.

Zum Abschluss ein kleiner Abstecher in die Abteilung Nostalgisches. Auf YouTube gibt es den original Langnese-Werbespot aus den 1980ern. Was waren das für Zeiten, als „Like ice in the sunshine“ die Pause vor dem Hauptfilm einläutete, in der ein Eisverkäufer durch die Reihen des Kinos ging. Schade, dass die großen Multiplex-Kinos diese Tradition nicht aufrechterhalten haben. (ka)