Siemens zieht Schlussstrich unter Schmiergeldaffäre
Siemens-Vorstand Peter Solmssen sagte laut "Tagesspiegel", sein Unternehmen sei sich ziemlich sicher, dass er alles aufgeklärt hat, was aufzuklären war. Er hält es für unwahrscheinlich, dass irgendwann ein alter Fall auftaucht.
Der Elektrokonzern Siemens sieht die Affäre um weltweite Schmiergeldzahlungen zahlreicher Konzernsparten für lukrative Aufträge als aufgeklärt an. Siemens-Vorstand Peter Solmssen sagte im Gespräch mit dem Tagesspiegel: "Wir sind ziemlich sicher, dass wir alles aufgeklärt haben, was aufzuklären war. Es kann natürlich keine absolute Sicherheit geben, dass nicht irgendwann ein alter Fall auftaucht. Aber ich halte das für unwahrscheinlich." Seit knapp drei Jahren mache Siemens "absolut saubere Geschäfte". Systematisches Fehlverhalten könne sein Unternehmen in Zukunft ausschließen.
Die mögliche Klage gegen den langjährigen Konzernchef Heinrich von Pierer und weitere Ex- Vorstände wollte Solmssen nicht kommentieren. Pierer hatte gegenüber dem Tagesspiegel erkennen lassen, dass er eine außergerichtliche Einigung anstrebt. Nach Angaben der Süddeutschen Zeitung ist von Pierer mit dem Vorschlag gescheitert, nicht an das Unternehmen, sondern an die Siemens-Stiftung zu zahlen. Für Siemens komme auch nicht in Frage, den vom Konzern verlangten Betrag von 6 Millionen Euro zu reduzieren.
Siemens hat damit gedroht, bei seinem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden den vollen Schaden von mehr als einer Milliarde Euro gerichtlich geltend zu machen, wenn dieser nicht 6 Millionen Euro bezahlt. Der Konzern wirft von Pierer vor, während seiner Amtszeit die Geschäfte des Unternehmens nicht genau genug kontrolliert zu haben. Dadurch seien die weltweiten Schmiergeldzahlungen zahlreicher Konzernsparten für lukrative Aufträge möglich geworden. Pierer weist das zurück. (anw)