Nikon bringt neue Oberklassen-Digicam
Nikon bringt Ende Juni die Coolpix 5400 und löst damit das Modell 5000 ab.
Nikon hat heute die Coolpix 5400 angekündigt, eine digitale Sucherkamera, die das Modell 5000 ablösen soll. Diese besitzt nach wie vor einen 5-Megapixel-Bildaufnehmer, der allerdings "neuartig" und mit verbesserten RGB-Primärfarbfiltern ausgestattet ist. Von neuen Algorithmen zur kamerainternen Bildverarbeitung erhofft sich der Hersteller eine verbesserte Farbwiedergabe und Farbübergänge an Kanten sowie eine höhere Kantenauflösung.
Die Coolpix 5400 ist noch etwas kompakter als ihre Vorgängerin und wurde auch bedienseitig entrümpelt: Eine zentrale OK-Taste auf der 4-Wege-Wippe soll jetzt das Bestätigen von Funktionsauswahlen beschleunigen, außerdem gibt es ein neues zentrales Funktionswahlrad, das die Funktionstasten auf dem dreh- und schwenkbaren TFT-Monitor und einige auf der Geräterückseite entbehrlich macht. Der Wegfall des Daten-LC-Displays schafft zudem Platz für die Zoomwippe, die nicht mehr so tastungünstig in die Rundung des Batteriegriffs eingelassen ist.
Interessant ist nach wie vor die 28-mm-Weitwinkelfähigkeit des Zoom-Objektivs, das bei 116 mm endet (jeweils bezogen auf das KB-Format) und damit nun einen 4fachen Zoombereich abdeckt. In Sachen Lichtstärke spielt es mit f/2.8 bis 4.6 nicht ganz vorne mit, dafür ist die Makrofunktion ab 1 cm Objektabstand ungeschlagen.
Auch die Serienbildfunktion ist fortschrittlich, mit 3 fps über sieben Aufnahmen bei höchster Auflösung und der Möglichkeit, in einem "Continuous"-Modus eine beliebig lange Bildserie aufzunehmen, von der beim Loslassen des Auslösers die letzten 5 Bilder auf die Speicherkarte geschrieben werden. Auch eine Intervallfunktion ist vorhanden, ebenso eine Möglichkeit, Blitzfotos mit Stroboskop-Effekt aufzunehmen. Belichtungsseitig sind die üblichen Voll- und Teilautomatiken nebst stattlichen 15 Motivprogrammen und Videoclip-Aufzeichnung maximal im VGA-Format integriert, dasselbe gilt für einen Blitzschuh für das Nikon-Blitzsystem.
Die Verzögerung durch den Autofokus soll laut Nikon "derart kurz [sein], dass sie kaum wahrzunehmen ist." Hoffentlich ist das auch bei geringer Beleuchtungsstärke der Fall, denn wie der Vorgängerin fehlt auch der 5400 leider ein Autofokus-Hilfslicht. Auch von dem laut Nikon integrierten "USB-2.0-Port" der Kamera darf man keine Geschwindigkeitsrekorde erwarten, denn der läuft nur "Full speed", ist also letztlich ein "umgelabelter" USB-1.1-Port bis maximal 12 MBit/s, bei dem man die Abwärtskompatibiliät des USB-Systems für einen etwas billigen Werbeeffekt benutzt.
Bemerkenswert ist die Preisentwicklung bei der Coolpix 5400, die für 999 Euro angekündigt ist; das sind fast 600 Euro weniger als die Vorgängerin bei Erscheinen Anfang letzten Jahres kosten sollte. (klp)