Computex

Design & Innovation Award 2008

"Awards" erfreuen sich bei Herstellern groĂźer Beliebtheit. So wundert es kaum, das zur Computex 2008 eine neue Auszeichnung aus der Taufe gehoben wird: Der "Computex 2008 design & innovation award" - mit im Boot: Die iF Design GmbH.

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Von
  • Georg Schnurer

Preise und Auszeichnungen gab es auf der Computex schon immer zu gewinnen. Bei den Herstellern erfreuten sich bislang vor allem die am Computex-Eröffnungstag verliehenen "Best Choice"-Awards großer Beliebtheit. Doch diese Auszeichnung hatte einen kleinen Haken: Im internationalen Geschäft schmückte sie bislang kaum und war so besonders in Europa keine allzu große Verkaufshilfe. Andere Auszeichnungen, wie etwa der international renommierte "iF produce design award" werfen da schon weitaus mehr Glanz auf die auserwählten Produkte. Da traf es sich anscheinend gut, dass die für diese Auszeichnung verantwortliche iF Internationale Forum Design GmbH neben ihrem Hauptsitz auf dem hannoverschen Messegelände seit April 2007 auch eine Dependance in Taiwan unterhält. Was lag da näher, als gemeinsam mit dem nur einen Steinwurf vom neuen Messegelände angesiedelten Büro über eine neue Auszeichnung nachzudenken.

Die Preisverleihung in Taipei (6 Bilder)

Ein neuer Preis, ein neues Logo: Die renomierte iF International Forum Design GmbH organisiert im Auftrag des Taiwan External Trade Development Council (Taitra) die Vergabe und die Verleihung des neu geschaffenen Design- und Innovationspreises.

Das Ergebnis dieser Überlegungen ist der "Computex Taipei design & innovation award". Er soll – der Name legt es nahe – an besonders innovative und gut gestaltete Produkte verliehen werden. Weitere Bewertungskriterien waren aber auch Umweltverträglichkeit, Ergonomie und Funktionalität. Über die Preisträger befand eine fünfköpfige international besetzte Jury bestehend aus dem deutschen Designer Christoph Böninger (brains4design, München), Duck Hsieh, Gründer der taiwanischen Duck Image Corporation, dem Belgier Kris Verstockt (CRE8 Design), Roger Pin-Si Lin (Nova Design) und dem in Milano lebenden Britten James Irvine – allesamt anscheinend Verfechter Flash-lastiger Webseiten.

Die - wie iF-Geschäftsführer Ralph Wiegmann bei der gut besuchten Preisverleihung immer wieder betonte - gestrengen Juroren erwählten insgesamt 17 Preisträger. Vier von ihnen erhielten einen "Gold Award", die übrigen mussten sich mit einer einfachen Auszeichnung begnügen. Mitmachen durften übrigens ausschließlich die auf der Computex 2008 vertretenen Aussteller, denen die Teilnahme an dem Wettbewerb mit im Vergleich zu ähnlichen Veranstaltungen ausgesprochen günstigen Konditionen versüßt wurde: Das Startgeld betrug gerade einmal 2000 NT$, das sind umgerechnet knapp 44 Euro. Etwas teurer wurde es für die Auserwählten: Für sie kamen noch einmal 34.000 NT$ "Exhibition fee" hinzu – auch kein Beinbruch.

Die "goldenen" Preisträger

Den Reigen der Gewinner der goldenen "Computex Taipei design & innovation awards 2008" führt das OpenBook UMPC von VIA an. Die Jury begeisterte hier vor allem der kompakte und starke visuelle Eindruck des 240 mm × 175 mm großen und maximal 36,2 mm dicken Geräts. Daneben fand man in der Festschrift auch noch den aus vier Lithiom-Ionen-Zellen bestehenden und am Gelenk des Geräts untergebrachten erwähnenswert. Unerwähnt bleibt allerdings, dass es sich hier quasi um die Version 2.0 von VIAs "Nanobook" handelt, einem Referenzdesign, das als Open Source Hardware von jedermann nachgebaut werden darf. Die notwendigen Unterlagen stellt VIA zum Download bereit. Mit deren Hilfe sollen möglichst viele Hersteller kompakte Notebooks der 199-Euro-Klasse auf den Markt bringen. Das knapp ein Kilo schwere Referenzdesign arbeitet mit dem C7-M ULV von VIA mit maximal 1,6 GHz Taktfrequenz und nutzt den VX800-Chipsatz aus gleichem Hause.

Die "Gold-Award-Winner" (6 Bilder)

Via OpenBook UMPC begeisterte die Jury mit seinem kompakten Design und seinem starken visuellen Eindruck...

Beim Dino-Lite, einem digitalen Mikroskop der AnMo Electronics Corporation, war der Jury neben dem ergonomischen Design vor allem die einfache Handhabung dieses kleinen Gesellen eine goldene Auszeichnung wert. Das auf den ersten Blick an eine etwas dickliche Taschenlampe erinnernde Gerät wird einfach über dem zu untersuchenden Objekt platziert. Die zugehörige Software "DinoCapture" ermöglicht einen schnellen Blick darauf in zehnfacher bis zweihundertfacher Vergrößerung. Das Dino-Lite soll seine Käufer im Bildungsbereich, aber auch im industriellen und medizinischen Umfeld finden.

Ebenfalls vergolden konnte sich Asus seinen bereits auf der CeBIT vorgestellten digitalen Bilderrahmen UF735. Hier stach den Design-Gurus in erster Linie die Rückseite des Geräts ins Auge. Dort befinden sich – kreisförmig angeordnet – die Bedienelemente des ansonsten eher gewöhnlich aussehenden Rahmens mit 7-Zoll-Display. Gelobt wird auch die feine Auflösung des Displays und die schicke gelochte Alu-Front, hinter der sich via USB angesteuerte Lautsprecher verbergen. Keine Erwähnung fand hingegen die Tatsache, dass sich dieser digitale Bilderrahmen via USB auch als Zweit-Bildschirm an PC betreiben lässt.

Etwas verwundert hat uns allerdings der vierte "Gold-Winner": Ein eigentlich recht gewöhnlicher USB-Stick der Starline International Group machte hier das Rennen. Das "Swing Duo" getaufte Speicherstäbchen soll in Kapazitäten von 2, 3, 4, 5, 6, 8, 9, 10, 12 oder 16 GByte zu haben sein. Ein Kunstgriff des Herstellers ermöglicht hier die hohen und "schrägen" Speichergrößen: Der Stick besteht eigentlich aus zwei separaten extraflachen USB-Sticks, die von einem Ring-Gelenk zusammengehalten werden. Wirklich große Dateien lassen sich auf dem Swing Duo also nicht "im Stück" abspeichern, da auf jedem der beiden nur separat nutzbaren Stick-Teile immer nur eine Teilkapazität zur Verfügung steht.

Weitere Preise

Keinen "Gold Award", aber immerhin einen einfachen "Computex Taipei design & innovation award 2008" erhielt das von VIA Entwickelte und von Everex vertriebene Cloudbook Max UMPC, die Nobility Serie N702 der USB-Sticks von A-Data, der CPU-KĂĽhler "V8" von Cooler Master, Acers 18"-Notebook Gemstone Blue sowie Patriots DDR3-Speichermodule vom Typ PVS32G1866LL.

Asus durfte sich neben den Gold-Award für den digitalen Bilderrahmen auch noch über zwei weitere Auszeichnungen freuen: der Gaming-PC Ares CG6155 mit Wasserkühlung und eigenwilligem Gehäusedesign überzeugte die Juroren ebenso wie das Design-Subnotebook U2E. Insgesamt drei Auszeichnungen heimste auch MIO für das Navigationssystem Moov 380, das GPS-Smartphone Leap K1 sowie seinen großen Bruder Leap G50 ein.

Die übrigen Preisträger (13 Bilder)

Neben dem "Gold-Award" für den digitalen Bilderrahmen UF735 konnte Asus noch zwei weitere Preise abräumen: Einen für das bereits auf der CeBIT vorgestellte Notebook U2E...

Zwei Auszeichnungen fielen etwas aus dem Rahmen: Der passiv arbeitende und schon auf der CeBIT 2007 vorgestellte Notebook-Kühler IXOFT von Thermaltake und das USB-Kabel "Twist ACable" von Sonnenschein Industries aus Taiwan. Der Award für den Notebook-Kühler überraschte vor allem deshalb, weil das Kühlkissen einerseits alles andere als neu auf dem Markt ist und selbst nach der Einschätzung von iF Geschäftsführer Ralph Wiegmann doch zu den eher selten benötigten IT-Gerätschaften gehört. Was die Jury beim Preis für das USB-Verlängerungskabel geritten hat, erschließt sich allerdings kaum. Das Einzige, was dieses Kabel von der üblichen Dutzendware unterscheidet, dürfte sein Preis und die Tatsache sein, dass es sich in beliebige Form biegen lässt, ohne dabei beschädigt zu werden. Die zurechtgebogene Form behält das Stück Kabel dann bei. Das soll Ordnung schaffen und das Kabelmanagement vereinfachen. Gut und schön, doch wer braucht wirklich ein steifes USB-Verlängerungskabel?

Wirklich nützlich und clever ist dagegen der letzte Preisträger: Die beiden Festplatten-Dockingstationen SI-7908 und SI-7928 von SSI Computer. Der Clou dieser mit eSATA, USB- und Firewire-Interface angebotenen Aufnahmen für externe 2,5"- und 3,5"-Festplatten besteht vor allem darin, dass sie die Platten ohne separates Gehäuse aufnehmen. Besonders im Laboralltag und wenn man häufiger mehrere Festplatten an verschiedenen Computern anschließen möchte, spart das Gerät enorm Zeit. Schließlich muss die Platte nicht mehr in irgendein Gehäuse geschraubt, sondern einfach senkrecht in die Dockingstation gesteckt werden. In c't-Test hat das Modell SI-7908 bereits gezeigt, dass es zuverlässig arbeitet und Daten nicht nur via eSATA schnell an den PC überträgt. Da wundert es kaum, dass ähnliche Modelle auch von Thermaltake (BlacX) und Sharkoon (Quickport pro) angeboten werden. Beim SI-7928 handelt es sich übrigens um ein erweitertes Modell, das zwei Festplatten aufnehmen kann. (gs)