Apple erweitert QuickTime für Mobilfunk der dritten Generation
Apple unterstützt mit der neuen QuickTime-Version 6.3 den Mobilfunk-Standard 3rd Generation Partnership Project.
Apple hat heute mit QuickTime 6.3 die nach eigenen Angaben "erste Mainstream-Lösung" vorgestellt, die im Multimedia-Bereich den Mobilfunkstandard 3rd Generation Partnership Project 3GPP unterstützt. Mit QuickTime 6.3 sei nun eine Grundlage zum Erzeugen multimedialer Inhalte für drahtlose Netze geschaffen, aber auch für die Übertragung und die Wiedergabe. 3GPP ist eine Dachorganisation für die Entwicklung von Mobilfunksystemen der dritten Generation. Derzeit genießt mit GSM ein Mobilfunksystem der zweiten Generation allerdings weit höhere Verbreitung.
Bereits QuickTime 6, das in den ersten zehn Monaten über 100 Millionen Mal heruntergeladen wurde, ermöglicht es, multimediale Inhalte auf mobilen Geräten wie Handys und PDAs abzuspielen. Erst QuickTime 6.3 bietet aber in diesem Bereich Unterstützung für 3GPP-Spezialitäten, darunter für die Audio-Formate AAC (Advanced Audio Coding) und AMR (Adaptive Multi-Rate), die Video-Formate MPEG-4 und H.263, das Textformat TX3G sowie das 3gp-Dateiformat. AAC soll beim Abspielen von Musikdateien zum Einsatz kommen, AMR gilt als Codec für die Sprachübertragung und mit TX3G soll man zum Beispiel Video-Clips untertiteln können. Zu den weiteren Features von QuickTime 6.3 zählen die automatische Erkennung für Streaming Transport, Verbesserungen bei der DV-Audio- und Video-Synchronisierung und eine erweiterte Unterstützung für Apples Programme Keynote, iMovie und iDVD.
Apple dürfte mit diesem Schritt die Bedeutung seiner Mac-Rechner als Entwicklungsplattform für Multimedia-Inhalte für mobile Geräte stärken. Zu den ersten Nutznießern der Apple-Software dürften Kunden des Mobilnetzbetreibers NTT DoCoMo gehören, der in Japan mit FOMA ein UMTS-Mobilnetz betreibt. "Wir freuen uns, dass unsere Abonnenten dank QuickTime 6.3 ihre privaten Movies, die sie mit ihrem Handy aufgenommen haben, an Freunde und Bekannte am Mac oder am Windows-PC übermitteln können", sagte Takeshi Natsuno, Managing Director bei NTT DoCoMo. Auch in Nokia, dem derzeit führenden Handy-Hersteller, fand Apple einen Fürsprecher: "Nokia ist davon überzeugt, dass die Integration der 3GPP-Unterstützung in QuickTime eine Vielzahl neuer Möglichkeiten für Desktop und Mobiltelefon-Anwender schafft." Welche ihm da vorschweben, ließ er indes offen. Vorstellbar ist, dass damit MMS-Dienste, die zum Beispiel Nachrichten oder Sportberichte als Video-Clips oder auch AAC-Musik auf moderne Handys verbreiten, zusätzlichen Auftrieb bekommen.
QuickTime 6.3 steht für Mac- und Windows-Anwender ab sofort zum kostenlosen Download zur Verfügung. Die Windows-Version von Quicktime 6.3 gibt es bislang allerdings erst in Englisch und Japanisch, während die Version für Mac OS X in allen Sprachen bereitsteht, in denen Quicktime zu haben ist. (dz)