Weg frei für Rufnummernmitnahme in den USA
In den USA scheint der Weg frei für die Einführung einer Rufnummernmitnahme von einem Mobilfunkanbieter zum Nächsten.
In den USA scheint der Weg frei für die Einführung einer Rufnummernmitnahme von einem Mobilfunkanbieter zum Nächsten. Ein US-amerikanisches Bundesgericht hat die Einwände der Mobilfunk-Industrie gegen eine entsprechende geplante Regelung der Federal Communications Commission (FCC) als nicht stichhaltig zurückgewiesen. Die Einführung der Rufnummernmitnahme hatte sich bereits mehrmals verzögert. Nun muss noch der Kongress seine Zustimmung geben. Geplant ist, dass die Regelung am 24. November 2003 in Kraft tritt.
Enttäuscht von dem Urteil zeigte sich der Lobby-Verband Cellular Telecommunications & Internet Association (CTIA). Er wirft der FCC vor, die Regularien zur Portierung einer Rufnummer nicht genügend spezifiziert zu haben. Die Verbraucherschützer dagegen freuen sich: "Die Entscheidung ist ein wichtiger Sieg für die Konsumenten. Sie werden sich nun besser an Qualitäts- und Preiskriterien orientieren können, weil sie nicht mehr befürchten müssen, beim Anbieterwechsel ihre Nummer zu verlieren", sagte Chris Murray von der Verbraucherschutzorganisation Consumers Union.
Als Gewinner der neuen Regelung könnte nach Meinung von Analysten insbesondere T-Mobile USA hervorgehen. Das Unternehmen ist bekannt für seine aggressive Preispolitik und sorgte im ersten Quartel 2003 für Aufsehen, als es den größten Kundenzuwachs unter allen US-amerikanischen Mobilfunkanbietern verzeichnete. Mit der neuen Regelung würde T-Mobile diese Zuwächse wohl noch weiter erhöhen können, weil die Wechselbereitschaft der Kunden zunimmt.
In Deutschland ist die Rufnummernmitnahme bei Mobilfunk-Anschlüssen bereits seit November 2002 möglich. Nach Medienberichten profitiert hierzulande momentan nur O2 von der neuen Kundenfreiheit. 58.000 Kunden sollen bisher mit ihrer alten Nummer zu O2 gezogen sein, wobei der Anbieter im gleichen Zeitraum nur 7000 Kunden mit ihren Nummern ziehen lassen musste. Vodafone habe seit der Einführung der Regelung 32.000 Kunden samt Nummer verloren, T-Mobil 13.500 und E-Plus 5500. (hob)