Software gegen die Sperre für Internet-Musiksharing in iTunes
Das trickreiche Programm 401(ok) umgeht die Sperre in Apple Musik-Software und erlaubt das Abspielen von Titeln beliebiger, freigegebener iTunes-Bibliotheken im Internet.
Der Pate der iCommune-Erweiterung von Apples Musik-Software iTunes, James G. Speth, hat eine kleine Software namens 401(ok) geschrieben. Sie hebt die jüngst eingeführte Sperre des öffentlichen Musik-Filesharings auf.
Seit dem letzten iTunes-Update auf die Version 4.0.1 ist das Music Sharing nur noch im selben Teilnetz möglich. Zuvor konnte man per Eingabe der IP-Adresse einer beliebigen iTunes-Installation auf deren Playlisten zugreifen und auch über das Internet die darin enthaltenen Titel auf dem lokalen Rechner anhören. Das Feature musste Apple wohl aufgrund des Drucks aus der lahmenden Musikindustrie wieder streichen.
401(ok) arbeitet als Application-Level-Proxy, der der iTunes-Installation vortäuscht, der angefragte Musik-Stream liege im lokalen Netzwerk. Dazu bedient er sich eines Tricks: Die in der iTunes-Library abgelegten Stream-URLs wandelt er im 5-Sekunden-Takt in Rendezvous-Nachrichten um, die dann von iTunes als reguläre Musik-Sharing-Angebote aus dem lokalen Netzwerk angesehen werden.
iCommune ist ein Tauschbörsen-Plugin für iTunes, das bei Apple im Januar des Jahres für einigen Unmut gesorgt hatte, weil Speth den Software-Lizenzvertrag für das iTunes-Entwicklungskit verletzt haben soll. Apple hatte Speth deshalb die weitere Verbreitung der Software verboten. Speth hatte daraufhin das Programm unter Verwendung offener Schnittstellen neu geschrieben und Mitte April erneut veröffentlicht.
Speth weist ausdrücklich darauf hin, dass 401(ok) ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt sei und auf keinen Fall zum Musikdiebstahl verleiten solle. Darum sei die eigene iTunes-Bibliothek unbedingt per Passwort vor unbefugtem Zugriff zu schützen. (ola)