Funktionsvielfalt und Bedienung bei modernen Handys schrecken Benutzer ab
Im Irrgarten von Menüs, Untermenüs, unklaren Funktionsbezeichnungen oder mehrfacher Tastenbelegung drohe sich der Benutzer zu verlieren, meinen Wissenschaftler der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen.
Super-Handys mit vielen Funktionen sind eher verwirrend und abschreckend für Erwachsene, meinen Wissenschaftler der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. Im Irrgarten von Menüs, Untermenüs, unklaren Funktionsbezeichnungen oder mehrfacher Tastenbelegung drohe sich der Benutzer zu verlieren. Was für Kinder eine Herausforderung sei, führe bei Menschen zwischen 45 und 60 Jahren zu Frustration und Ablehnung. Zu diesem Ergebnis kamen die Wissenschaftler nach Experimenten mit rund 900 Nutzern unterschiedlichen Alters.
"Offensichtlich muss es einen Ruf zurück zum einfacheren Handy geben. Wer braucht diese ganzen Funktionen schon", sagte Psychologin Martina Ziefle, Leiterin der Arbeitsgruppe "Mensch-Maschine Interaktion". Eine Befragung unter Studenten habe ergeben, dass die hauptsächlich vier Funktionen nutzten: Wecker, Spiele, SMS und Telefon. Auch Kinder hätten Schwierigkeiten bei der Bedienung. "Es gibt das Vorurteil, Kinder können das alles. Das ist nicht richtig", widerspricht Ziefle. Doch im Gegenteil zu den älteren Nutzern seien die Kinder hochmotiviert, die Probleme zu lösen und kämen mit Durchhaltevermögen zum Ziel. Selbst wenn sie beim Navigieren durch die Menüs mehrfach in der Sackgasse landeten, probierten sie unbeirrt weiter. Für sie sei ein funktionsbepacktes Handy ein Prestigeobjekt. "Kinder wollen: größer, besser, mehr", stellte die Psychologin fest.
Ganz anders reagierten dagegen Menschen im Alter zwischen 45 und 60 Jahren. Viele verzichteten aus Ärger und Frust auf ein Mobiltelefon. "Die formulieren deutlich: Ich will die vielen Funktionen nicht. Ich wünsch mir ein ganz anderes Handy, eins mit dem man telefonieren kann." (dpa) / (jk)