Software-Vertrieb über P2P-Netze
Mit dem PeerEnabler des Kaazaa-Gründers Nicklas Zennstrom können sich Unternehmen ungenutzte CPU-Leistung, Speicherplatz und Netzwerk-Bandbreite ihrer Kunden leihen.
Der Dateitransfer über Peer-to-Peer-Tauschbörsen funktioniert deshalb so gut, weil die Daten nicht von einem einzigen Server, sondern von vielen PCs gleichzeitig herunter geladen werden können. Für Firmen war es bisher jedoch nicht möglich, solche Peer-to-Peer-Netzwerke für die kontrollierte Verbreitung eigener Software zu nutzen. Einmal losgelassen, waren die Daten in den Tauschbörsen fortan vogelfrei.
Die schwedische Firma Joltid des Kaazaa-Gründers Nicklas Zennstrom hat nun den PeerEnabler vorgestellt, mit denen auch Unternehmen ihre Dateien über Peer-to-Peer Netze anbieten können, und dabei bis zu 90 Prozent ihrer Server-Bandbreite einsparen. Dazu nistet sich eine etwa 400 KByte große Client-Software auf den Rechnern der Kunden ein, und stellt die bereits geladenen PeerEnabler-Dateien anderen zum Download zu Verfügung. Mit der Software kann sich ein Unternehmen also Prozessor-Kapazität, Festplattenplatz und Bandbreite von ihren Kunden borgen. Auf Wunsch können diese die zur Verfügung gestellte Bandbreite jedoch begrenzen.
Der PeerEnabler soll völlig transparent arbeiten. Die Nutzer brauchen nicht mit einer separaten Software zu hantieren, sondern starten die Downloads über ihren Webbrowser. Die Daten werden über ein integriertes Digital Rights Management gesichert und signiert und sollen so vor Manipulationen geschützt sein.
Die Client-Software läuft auf allen Windows-Plattformen, sowie FreeBSD und Linux. Unternehmen, die ihre Daten über den PeerEnabler vertreiben wollen, müssen eine Lizenzvereinbarung mit Joltid abschließen. Die Gebühren richten sich unter anderem nach dem Datenvolumen, das über das Peer-to-Peer-Netzwerk vertrieben wird. Die Endkunden, ohne deren PCs und Breitbandanschlüsse das System nicht funktionieren würde, profitieren lediglich durch kürzere Download-Zeiten, von einer finanziellen Gegenleistung für die bereitgestellte Bandbreite ist bisher nicht die Rede. (hag)