Versandhaus Quelle startet Internet-Handel mit Autos

Fahrzeuge der Marken Ford, VW, Nissan und Smart bietet das Versandhaus online mit einem Preisvorteil von bis zu 22 Prozent.

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  • JĂĽrgen Kuri

Als erstes Versandhaus in Deutschland hat Quelle am Dienstag den Internet-Handel mit Autos gestartet. Fahrzeuge der Marken Ford, VW, Nissan und Smart werden nach Quelle-Angaben mit einem Preisvorteil von bis zu 22 Prozent gegenĂĽber dem Listenpreis der Hersteller angeboten. Erste Zahlen ĂĽber eingegangene Bestellungen wĂĽrden am Mittwoch bekanntgegeben, sagte eine Unternehmenssprecherin gegenĂĽber dpa.

Bei den angebotenen Wagen, die lediglich in Silber, Schwarz und Blau zu haben seien, handelt es sich nach Angaben des Unternehmens entweder um Import-Wagen aus dem EU-Ausland oder Fahrzeuge mit Tageszulassung. Die Autos gebe es nur in begrenzter StĂĽckzahl. Die Wagen werden bei Quelle vorerst nur im Internet angeboten und sind ĂĽber die normalen Vertriebswege des Autohauses nicht zu bekommen: Die meisten Bestellungen, die parallel zu einer Verlosungsaktion Ende Mai fĂĽr ein Smart-Cabrio zum Kaufpreis von 1990 Euro aufgegeben wurden, gingen ĂĽber das Internet ein: rund 52 Prozent. 42 Prozent der Interessenten orderten das Angebot schriftlich und 6 Prozent per Telefon.

Quelle fungiert bei dem jetzt gestarteten Geschäft mit Autos im Internet als Vermittler und arbeitet mit dem Bayreuther Unternehmen carplus zusammen. Von der Quelle-Website werden Interessenten zu carplus weitergeleitet. Dort sind beispielsweise ein Ford Fiesta mit 16 Prozent oder ein Smart Cabrio mit 10 Prozent Preisermäßigung im Angebot. Mit dem Kauf gewährt Quelle nach eigenen Angaben die in Deutschland übliche Garantie; carplus sichere den notwendigen Werkstattservice zu. Die erworbenen Wagen könnten entweder bei einem Markenhändler oder bei carplus in Bayreuth abgeholt werden.

Die Quelle-Aktion wird von Autovertragshändlern und Experten skeptisch beurteilt. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hält sie für eine Marketingmaßnahme. Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule Gelsenkirchen, sprach gegenüber dpa von einem "Werbegag". Sein Kollege Wolfgang Meinig, Professor für Automobilwirtschaft an der Universität Bamberg, sagte, er gehe nicht davon aus, dass renommierte Hersteller an Versandhäuser lieferten. Sie setzten vielmehr weiterhin auf eine enge Händler-Kunden-Bindung. (jk)