Erleichterung über vorsichtigen Nokia-Zwischenbericht

Nachdem der Handy-Marktführer seine Gewinnprognose bekräftigt hatte, sich beim Handy-Absatz aber pessimistisch zeigte, zeigten sich die Anleger erleichtert.

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Von
  • Jürgen Kuri

Der Zwischenbericht des weltgrößten Handyherstellers Nokia über den Verlauf des 2. Quartals hat am Dienstag erst einmal für Entspannung an den Börsen gesorgt. Nachdem das finnische Unternehmen seine Gewinnprognose für den laufenden Dreimonatsabschnitt bekräftigt hatte, sich beim Handy-Absatz aber pessimistisch zeigte, legten die meisten Aktien der europäischen Telecomausrüster und -zulieferer zu.

"Die Befürchtungen bei Nokia haben sich nicht bewahrheitet", sagte Analyst Thomas Hofmann von der Landesbank Rheinland-Pfalz gegenüber dpa. Nach der Reduzierung der Quartals- und Jahresprognosen durch den US-Konkurrenten Motorola am Vortag seien die Anleger verunsichert gewesen. Nokia hatte am Dienstag seine Prognose bekräftigt, dass im laufenden Quartal zwischen 0,13 und 0,16 Euro je Aktie verdient werde. Allerdings erwartet der finnische Konzern beim Handy-Absatz nur einen Zuwachs "am unteren Ende" des prognostizierten Wachstums von 4 bis 12 Prozent. Bei weiter sich verschlechternden Bedingungen -- Nokia erwähnte wie Motorola die Lungenkrankheit SARS und führte auch die Dollar-Schwäche als Grund für schwache Handy-Umsätze an -- könnte der Zuwachs aber auch geringer aufallen.

Trotz der pessimistischen Prognose für den Handy-Absatz waren die Anleger offensichtlich über das Festhalten an den Gewinnerwartungen erleichtert. Die Aktien des französischen Ausrüsters Alcatel stiegen bis zum Mittag um 2,14 Prozent auf 8,11 Euro. Papiere des schwedischen Nokia-Konkurrenten Ericsson legten um 4,79 Prozent auf 8,75 Schwedische Kronen zu. Der Aktienkurs des Elektrounternehmens Siemens stieg um 1,15 Prozent bei 42,92 Euro. Aktien des Bauteilelieferanten EPCOS stiegen um 2,67 Prozent auf 12,31 Euro. Die Papiere von Nokia selbst legten dagegen nur um 0,13 Prozent auf 15,23 Euro zu und drehten anschließend leicht ins Minus. (jk)