Handy-Chef von Siemens abgelöst
ICM-Chef Lamprecht übernimmt den Bereich Mobiltelefone vorerst persönlich.
Peter Zapf, seit der Gründung der Siemens-Mobilfunksparte ICM im April 2000 Leiter des Geschäftsgebietes Mobiltelefone, ist sein Amt los. Kommissarisch übernimmt nun erst einmal ICM-Chef Rudi Lamprecht den Bereich. "Einen direkten Grund für die Ablösung gibt es nicht", sagte ICM-Sprecher Florian Kreuz gegenüber heise online. Im Siemens-Konzern herrsche eine gewisse Tradition von Ämter-Rotation, niemand mache einen Job auf Lebenszeit.
Zuvor waren Spekulationen laut geworden, nach denen Zapf für den ungünstigen Verlauf des vergangenen Quartals abgestraft worden sei. Von dem ehrgeizigen Ziel, weltweit einen Anteil von 15 Prozent auf dem Handymarkt zu ergattern, ist der Konzern noch weit entfernt -- zurzeit liegt der Anteil bei etwa 7,6 Prozent. "Das vergangene Quartal war das erste überhaupt, in dem wir schwächer gewachsen sind als der Marktdurchschnitt. Natürlich ist unser Ziel ehrgeizig -- der Markt ist volatil und anspruchsvoll und deshalb können wir auch nie zufrieden sein", betonte Kreuz.
Beim Kampf um weitere Marktanteile werde Siemens verstärkt auch auf seine Kompetenz im Niedrigpreis-Segment setzen. Die Marktforscher von Gartner haben in diesem Segment eine besonders stark ansteigende Nachfrage geortet. "Natürlich werden wir größer werden müssen. Einige Konkurrenten von uns bewegen sich bei einem Marktanteil von fünf Prozent -- diese Größenordnung ist keinesfalls ausreichend", erklärte der Firmensprecher. (tol)