Antiviren-Zukauf von Microsoft sorgt für Wirbel
Der GeCAD-Kauf durch Microsoft verunsichert sowohl die Linux- als auch die Antivirus-Gemeinde.
Der Kauf des Antiviren-Softwareherstellers Gecad durch Microsoft verunsichert sowohl die Linux- als auch die Antivirus-Gemeinde: Bekommen die Antiviren-Hersteller nun Konkurrenz vom Giganten der PC-Betriebssysteme, der ein bislang nicht näher spezifiziertes eigenes Antiviren-Produkt auf den Markt bringt und mit Windows bündelt? Will Microsoft zudem mit diesem Schachzug Linux schwächen?
GeCAD Software ist einer der größten Anbieter von Antiviren-Lösungen im Linux/Unix-Bereich. Auch wenn Microsoft beteuert, es sei schwierig, eine Antiviren-Firma zu finden, die ihre Produkte nicht für mehrere Plattformen anbiete, stellt sich daher die Frage, warum sich Microsoft ausgerechnet dieses Unternehmen ausgesucht hat. Eine Ursache ist sicher darin zu suchen, dass GeCAD ein verhältnismäßig kleines Unternehmen ist, das ohne große, eigene Marketing- und Sales-Abteilungen auskommt. John Pescatorr, Analyst bei Gartner, sagte gegenüber IDG: "Die GeCAD-Technologie hat wenig unnötigen Ballast dabei, und Microsoft wollte sich nicht mit der Übernahme einer Marketing-Abteilung herumplagen -- was bei jeder größeren Firma sonst der Fall ist."
Es wird aber bereits heftig darüber spekuliert, es ginge Microsoft vor allem darum, den Linux-Markt entscheidend zu schwächen: Nach einem Bericht von Infoworld hat Microsoft vor, nach der Übernahme die Linux-Produktlinie einzustampfen -- die sei jedoch führend etwa bei Antiviren-Lösungen für Mail-Server, die unter Linux laufen. Bisherige Kunden für GeCADs Linux-Software erhielten noch bis zum Ablauf des Support-Vertrages Unterstützung. Microsoft Deutschland wollte am heutigen Donnerstag das Ende für GeCADs Linux-Software weder bestätigen noch dementieren. Thomas Baumgärtner, Pressesprecher von Microsoft Deutschland, erklärte gegenüber heise online, dass man lediglich die geistigen Besitztümer sowie Techniker von GeCAD übernehme. (pab)