Streik legt Panasonic-Werk Neumünster lahm
Das Unternehmen will die Autoradioproduktion in die Tschechische Republik verlagern.
Seit Sonntag läuft im Panasonic-Werk in Neumünster nur noch eine Notproduktion. Die Gewerkschaft IG Metall hat 400 der 560 Mitarbeiter zu einem Streik aufgerufen, an dem sich nach Aussage von IG-Metall-Geschäftsführer Peter Seeger fast alle beteiligen. Der Arbeitskampf richtet sich gegen die im Februar von der Unternehmensleitung bekannt gegeben geplanten Verlagerung der Autoradioproduktion von Norddeutschland in die Tschechische Republik. In diesem Zusammenhang sollen mindestens 400 Arbeitsplätze in Neumünster vernichtet werden.
Mit dem Streik sollen dem Unternehmen Zugeständnisse in drei Bereichen abgerungen werden. Erstens soll es Qualifizierungsmaßnahmen für die zumeist schlecht ausgebildeten Beschäftigten -- größtenteils Frauen -- geben. Zweitens soll eine Abfindung von mindestens zwei Gehältern pro Beschäftigungsjahr gezahlt und drittens der Kündigungsschutz erweitert werden. "Die Aussichten, in Neumünster oder Umgebung einen neuen Job zu finden, sind nach dem Weggang der größeren Betriebe wie Panasonic und anderen leider sehr schlecht", konstatierte Seeger gegenüber heise online. Panasonic war bislang zu keiner Stellungnahme gegenüber heise online bereit. (tol)