Schweiz plant Videoüberwachung in Zügen

Die Umrüstung der Wagen soll fünf Jahre dauern. Damit will die SBB bis zu 80 Prozent der Straftaten verhindern.

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Von
  • Sebastian Eckel

Benedikt Weibel, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) hat angekündigt, in den nächsten Jahren auf allen Regionallinien in der Schweiz Videoüberwachung einzuführen. Der Grund sei die stetige Zunahme an Gewaltdelikten in Zügen, berichtet die Neue Zürcher Zeitung. Bis Herbst dieses Jahres sollen die ersten 255 Wagen mit Kameras ausgerüstet sein. Weibel rechnet mit fünf Jahren, bis das komplette Schweizer Schienennetz überwacht werden kann.

In jedem Wagen soll eine Kamera eingesetzt werden. Nach einer bestimmten Zeit sollen die Aufnahmen gelöscht oder, falls es zu einer Straftat gekommen ist, ausgewertet werden. Durch die Präsenz der Kameras erhofft sich Weibel eine abschreckende Wirkung und damit einen Rückgang der Delikte um bis zu 80 Prozent. Neue Züge sollen ab Werk mit Kameras ausgestattet werden, für die älteren Wagen entstünden Kosten von etwa 30.000 bis 40.000 Franken.

Laut SBB-Sprecher Roland Binz erfolge die Einführung im "grundsätzlichen Einverständnis" mit dem eidgenössischen Datenschutzbeauftragten. Dessen Sprecher Kosmas Tsiraktsopoulos sagte, dass die Rechtsgrundlage für den flächendeckenden Einsatz von Videokameras in SBB-Zügen derzeit vorbereitet werde. (see)