Weniger Besucher auf der CeBIT America als erwartet (Update)
Nur 12.000 Besucher kamen zur ersten CeBIT America nach New York.
Der erste Tag der CeBIT America in New York hatte vielversprechend angefangen. Die Stände der rund 400 Aussteller waren umlagert von Fachbesuchern, in einigen Gängen dazwischen gab es Gedränge. Aber es blieb in den drei Tagen der Veranstaltung nicht so. Zum Ende zählte die Deutsche Messe AG lediglich 12.000 Besucher und damit rund 8000 weniger als sie erwartet hatte. Ausgerechnet im Heimatland der Branche der Informations- und Kommunikationstechnologie mit einem Weltmarktanteil von rund 40 Prozent erwischte der Ableger der weltgrößten Computermesse CeBIT in Hannover einen schweren Start.
Messe-Vorstand Ernst Raue ließ sich nach dem Ende der ersten US-CeBIT in den Straßen von Manhattan dennoch nicht die Laune verderben. "Es war ein guter Start, auch weil wir Besucher aus allen Teilen der USA anziehen konnten. Angesichts der Rahmenbedingungen sind wir sehr zufrieden." Tatsächlich hatte es für die CeBIT gerade in den vergangenen Monaten viele Stolpersteine gegeben. Die flaue Konjunktur, die Lungenkrankheit SARS, die Reisebeschränkungen vieler Unternehmen und schließlich noch der Irak-Krieg. Ein Fünftel der Ausstellungsfläche von 10.000 Quadratmetern hatte die Messe AG in Amerika erst in den letzten acht Wochen vor dem Start verkaufen können.
Die CeBIT ist inzwischen neben Messe auch Marke. Seit zwei Jahren arbeitet die Deutsche Messe AG mit Hochdruck daran, ihr Auslandsgeschäft auszubauen. Inzwischen machen die 56 Millionen Euro rund 20 Prozent des Gesamtumsatzes der Messe AG aus, Tendenz steigend. Entscheidendes Zugpferd dabei ist die High-Tech-Schau. So gibt es Ableger in Shanghai, im australischen Sydney und im türkischen Istanbul. "Unser Ziel ist, dass wir mit der CeBIT auf jedem Kontinent vertreten sind", sagte Raue. Mit dem neuen, wenn auch noch kleinen US-Baby sei die Messe AG damit "einen riesigen Schritt vorangekommen". Die Situation war aus Sicht der Messe zudem günstig, weil die Konkurrenzveranstaltung Comdex, die Mitte November in Las Vegas starten soll, sich nach Einschätzung der hannoverschen Messemacher wegen finanzieller Probleme vom Markt verabschiedet.
Der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Messe AG, Hannovers Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg, lässt zumindest keine Zweifel an der Richtigkeit der Strategie der Internationalisierung der CeBIT. "Wenn wir diese Veranstaltungen nicht machen, machen es andere", sagt er. Und eine Konkurrenz zu den CeBIT-Tagen in Hannover seien die Auslands-Computer-Messen ohnehin nicht. "In allen Regionen, in die wir mit der CeBIT gegangen sind, haben wir die Ausstellerzahlen für Hannover deutlich verbessern können." Nach der ersten CeBIT in China verfünffachte sich die Zahl der chinesischen Aussteller in Hannover. Somit hätten sich die Auslands-Messe zu einer Ergänzung und Werbetrommel für Hannover entwickelt.
Geld freilich hat die Deutsche Messe AG mit der US-CeBIT noch nicht verdient. Für die drei Tage in New York schreibt die Messe einen niedrigen einstelligen Millionen-Betrag ab. Aber: "Wir müssen mit der dritten Veranstaltung Gewinn machen. Mein Ziel ist, das schon mit der zweiten zu erreichen", meint Raue. Mit den anderen CeBITs sind die schwarzen Zahlen schon erreicht. Sollte die US-CeBIT 2005 noch in den roten Zahlen stecken, wird es keine vierte geben. (Hartwig von Saß, dpa) / (mw)