Mastercard plant Handy-Überweisungen von Kreditkarte zu Kreditkarte

Der Dienst MoneySend setzt bei der Abwicklung ganz auf Mobiltelefon oder Internet und könnte für länderübergreifende Transaktionen eingesetzt werden.

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Von
  • Holger Dambeck

Das Kreditkartenunternehmen Mastercard/Eurocard will künftig Zahlungen von Kreditkarte zu Kreditkarte ermöglichen. Der Dienst mit dem Namen MoneySend setzt bei der Abwicklung ganz auf Mobiltelefon oder Internet und könnte beispielsweise für länderübergreifende Transaktionen eingesetzt werden.

Bislang sind Zahlungen per Kreditkarte von Privat-User zu Privat-User nicht möglich. Nur registrierte gewerbliche Anbieter wie Webshop-Betreiber können Kreditkartenzahlungen empfangen. Außerdem sollen mit MoneySend auch Transaktionen zwischen den in Deutschland weit verbreiteten Maestro-Karten (ec-Karte) möglich sein. Brian Morris, E-Business-Chef bei Mastercard Europe, verwies auf die europaweit 226 Millionen Maestro-Karteninhaber und sagte, dass MoneySend das "am weitesten verbreitete und am besten zugängliche Netzwerk" für Überweisungen zwischen Privatpersonen werden könne. Das MoneySend-System konkurriert mit Simpay, einem Handybezahlsystem, das führende europäische Mobilfunkkonzerne wie T-Mobile, Vodafone, Orange und Telefonica Moviles im nächsten Jahr starten wollen.

Die Technik für MoneySend stammt von der Paybox Solutions AG, einer im Januar gegründeten Paybox-Tochter. Paybox hatte sein Handybezahlsystem in Deutschland mangels wirtschaftlichem Erfolg zu Jahresbeginn eingestellt. Für den Geldtransfer mit MoneySend ist ein Online-Konto erforderlich. Der Auftraggeber meldet sich wie gewohnt beim Online-Service seiner Bank an, wählt den MoneySend-Service und gibt die Empfängerdaten (Name, E-Mail-Adresse oder Telefonnummer, Geldbetrag) ein. Im Anschluss wählt er die zu belastende Karte -- Mastercard oder Maestro -- und kann eine persönliche Mitteilung an den Empfänger schreiben. Der Kunde kann aber auch Zahlungsanfragen über MoneySend an andere Karteninhaber schicken, wie es schon beim Paybox-System möglich war. Der Angefragte erhält dann eine Mitteilung per E-Mail oder SMS und kann die Überweisung annehmen oder ablehnen. (hod)