PlanetLab: realitätsgetreue Plattform für Grid-Forschung

Im PlanetLab können Interessierte an Grid-Anwendungen im Internet unter realen Bedingungen forschen.

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Von
  • Oliver Lau

Im PlanetLab erproben Dutzende von Universitäten Internet-Dienste von globalem Ausmaß. Zum PlanetLab gehören zurzeit mehr als 160 über die Kontinente an 65 Standorten verteilte Computer, die sich zwar über das Internet miteinander verständigen, aber ihre Aufgaben wie in einem eigenständigen Netzwerk erledigen. In diesem Verbund, an dem sich mehr als 100 Internet-Provider beteiligen, sind Experimente von mehr als 70 Forschungsprojekten im Gange, darunter von renommierten Instituten wie dem MIT oder den Unis von Stanford und Berkeley.

Auf sämtlichen zum Netzwerk gehörenden Rechnern (Nodes) läuft Linux. Neue hinzukommende Rechner können in einem automatisierten Prozess mit der nötigen Software betankt werden, auch Softwareupdates werden ohne Benutzereingriff eingespielt. Eine Reihe von Monitoring-Stationen überwacht den Zustand jedes Nodes. Ziel des Projekts ist die Zusammenfassung sämtlicher im Netzwerk verfügbarer Ressourcen zu einer virtuellen Einheit. Eine Aufgabe wird in diesem Grid genannten Rechnerverbund nicht mehr einem speziellen Node zugeordnet. Vielmehr darf die Aufgabe einen Teil der Ressourcen des gesamten Netzes in Anspruch nehmen. Geforscht wird daher vorwiegend an Techniken wie verteiltem Speichern und Rechnen, aber auch an Peer-to-Peer-Verfahren.

Auch wenn es sich bei PlanetLab um ein Forschungsnetzwerk handelt, ist es keine realitätsferne Insellösung. Im Gegenteil: Die Variablen des Internet wie Latenzzeit und Bandbreite sind auch für PlanetLab gültig, zumal die einzelnen Nodes weltweit verteilt und daher zahlreichen Unwägbarkeiten ausgesetzt sind.

Die Forschungsabteilung des Halbleiterherstellers Intel hat dem Projekt 100 Rechner als Starthilfe für die ersten Nodes zur Verfügung gestellt, HP hat weitere 30 beigetragen. Intel will auch mittelfristig Betriebs- und Entwicklungsunterstützung beitragen. Nun soll ein Konsortium ins Leben gerufen werden, das sich um den Betrieb des Netzwerks kümmert und weiteren Forschungseinrichtungen die Teilnahme am Verbund ermöglicht. Ziel ist es, das Grid auf 1000 Rechner auszuweiten und dabei die Mehrheit der großen Provider einzubeziehen. (ola)