Mitarbeiter verklagen Neue Elsa

Vor dem Aachener Arbeitsgericht häufen sich offenbar die Fälle von Mitarbeitern, die von ihrem Arbeitgeber ausstehendes Gehalt verlangen.

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In der jüngsten Zeit hieß es schon öfter, die Neue Elsa sei bei knapper Kasse. Dies hat die Geschäftsführung auch eingeräumt und dabei auf Gespräche mit Investoren verwiesen, die kurz vor dem Abschluss stünden. Anscheinend warten viele der rund 80 Mitarbeiter seit Monaten auf ihre Gehälter, was die Geschäftsführung zuletzt bestritten hat. Laut der Aachener Zeitung gibt es aber nun mehr als 40 Verfahren, in denen Mitarbeiter der Neuen Elsa ihr Unternehmen verklagen.

Zurzeit würden sechs bis sieben Mal pro Woche vor dem Aachener Arbeitsgericht Fälle verhandelt, in denen Mitarbeiter wegen ausstehender Gehaltszahlungen gegen die Neue Elsa GmbH klagen, heißt es in dem Bericht. Auch wenn wie geschildert ein Kläger Recht bekommt und ein sofort vollstreckbares Urteil erhält, scheine es ungewiss, ob er sein Geld bekommt. Seit November gebe es Zahlungsverzögerungen, wird ein ehemaliger Mitarbeiter zitiert. Die Dezember-Gehälter seien größtenteils erst im März und April ausgezahlt worden, nur ein Teil der rund 80-köpfigen Belegschaft habe das Januar-Gehalt erhalten.

Marketing-Direktor Bernd-Hendrik Nissing von der Neuen Elsa mochte den Zeitungsbericht gegenüber heise online nicht komplett dementieren. Er habe von Klagen ehemaliger Mitarbeiter erfahren. Dabei gehe es auch um den rechtlichen Status der Neuen Elsa gegenüber dem Vorgänger und um Abfindungssummen. Zu den angekündigten Investoren sagte Nissing, diese Woche solle eine Entscheidung über das Finanzierungsmodell fallen, ob beispielsweise mehrere Investoren hinzugezogen werden sollen. Über einen bereits unterzeichneten Vertrag hinaus habe bereits ein anderer Investor Interesse gezeigt. Geld sei allerdings noch nicht eingetroffen.

Die insolvente Elsa AG hatte ihren Betrieb im Mai vergangenen Jahres überschuldet eingestellt. Von der Schließung waren 340 Mitarbeiter in Aachen und München betroffen. Acht Banken hatten ihre Kredite in Höhe von 38 Millionen Euro gekündigt. Aus der Elsa AG war die Neue Elsa GmbH hervorgegangen, nachdem ehemalige Elsa-Mitarbeiter zuvor schon die Firmen Devolo und Lancom gegründet hatten. (anw)