Verbraucherzentralen ĂĽberraschen mit 0190-Servicenummern

In einigen Bundesländern findet die Telefonberatung der Verbraucherzentrale nur über teure Servicenummern statt.

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Von
  • Torge Löding

In der Münchener Tagespresse sorgt ein aktuelles Service-Angebot der dortigen Verbraucherzentrale für Schlagzeilen: Unter einer 0190-Nummer können Verbraucher für 0,62 Euro pro Minute vier Seiten mit Informationen zum Schutz vor Dialer-Programmen per Fax abrufen. "Wir lehnen 0190-Nummern nicht generell ab, es gibt durchaus seriöse Anbieter. Wir bieten den Faxabruf zu einem moderaten Tarif", so Ingrid Kreuzer, Sprecherin der Verbraucherzentrale Bayern, gegenüber heise online. Auf der Website der Verbraucherzentrale sind die entsprechenden Info-Blätter gar nicht erst zu finden.

Während die bayerischen Verbraucherschützer Informationen per 0190-Faxabruf anbieten, können Verbraucher in anderen Bundesländern wie Sachsen oder Baden-Württemberg bereits seit längerem telefonische Beratungsgespräche nur noch über 0190-Telefonnummern führen. "Bundesweit haben die Verbraucherzentralen mit der Kürzung öffentlicher Zuschüsse zu kämpfen. Mit den 0190-Nummern verdienen wir kein Geld, aber sie helfen uns die Kosten zu decken", erklärte Kreuzer. "Aber ich sehe ein, dass 0190-Nummern einige Leute stutzig machen", räumte sie allerdings ein. Wer eine 0190-Rufnummernsperre an seinem Telefon eingerichtet hat -- wie es Verbraucherschützer in vielen Fällen raten --, kann in einigen Bundesländern also gar nicht bei der Hotline seiner Verbraucherzentrale anrufen. An dieser Praxis wollen Verbraucherzentralen in nächster Zeit nichts ändern. Im Zweifel spart der Weg zur persönlichen Vor-Ort-Beratung den Anruf auf der teuren Servicenummer. (tol)