Medienfachmann: Verlage mĂĽssen Informationsdienstleister werden

Computerfachzeitschriften könnten ältere Artikel als Nachschlagewerke im Netz anbieten.

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  • dpa

Verlage müssen nach Ansicht des Darmstädter Medienfachmanns Michael Kip zu Informations- und Unterhaltungsdienstleistern werden. "Allein mit Buch- oder Zeitungsdruck werden sie nicht den Weg aus der Krise finden", sagte der Fachmann vom Fraunhofer Institut für Integrierte Publikations- und Informationssysteme (IPSI). Sie müssten ihre Inhalte auf möglichst vielen Kanälen vermarkten. Entsprechende Modelle werden auf einem Kongress am 26. und 27. Juni in Darmstadt diskutiert.

Bestseller wie die Harry-Potter-Bände könnten nach Ansicht von Kip bereits vor Erscheinen in kleinen Häppchen im Internet angeboten werden. Computerfachzeitschriften könnten ältere Artikel als Nachschlagewerke im Netz anbieten. "Es gibt etliche Möglichkeiten, die Ressourcen zusätzlich zu nutzen", sagte Kip, der einige Jahre lang die Abteilung Elektronische Medien bei der Frankfurter Buchmesse betreut hatte.

Voraussetzung für den multimedialen Auftritt seien jedoch einfache Bezahlsysteme. Hier gebe es im Internet bereits gute Modelle, die weiter ausgebaut werden müssten, sagte Kip. Ein großes Problem sei noch die Aufbereitung der Informationen. So seien die Programme für die Buchherstellung und die Internetpräsentation oft nicht zu vernetzen. "Es kommt immer wieder vor, dass Texte ausgedruckt und für ein anderes Programm neu abgeschrieben werden müssen", erklärte Kip. Dies sei im Medienzeitalter ein nicht vertretbarer und teurer Aufwand. Mehrere Forschungsinstitute, darunter auch das Fraunhofer IPSI, arbeiteten deshalb an Standardisierungen. (dpa)/ (tol)