Corbis verklagt Amazon wegen Bilderklau

Bill Gates' digitale Bilderfirma verklagt den Onlineshop, weil dort angeblich Poster von Bildern verkauft werden, deren Urheberrechte bei Corbis liegen.

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Bill Gates' Firma Corbis, neben J. P. Gettys Getty Images einer der beiden weltgrößten Händler von digitalen Bildern, verklagt den Onlinehändler Amazon.com, weil dort angeblich Poster von Bildern verkauft werden, deren Urheberrechte bei Corbis liegen. Die Klage betrifft auch 15 Anbieter, die Amazon.com für ihre Verkäufe nutzen. Unter den Postern sollen sich laut Medienberichten Bilder von Prominenten wie Madonna, Cameron Diaz oder Vin Diesel befinden.

Amazon-Sprecher Bill Curry meint, Corbis habe Amazon nicht vorab über die Vorwürfe informiert. Die fraglichen Angebote sollen baldmöglichst entfernt werden. Aber auch dann will Corbis die Klage weiter verfolgen. Die Schadenersatzforderungen könnten sich auf 150.000 US-Dollar je Verstoß belaufen. Corbis betont aber, die Firma wolle das Urheberrechts-Problem gemeinsam lösen. Seit November hat Corbis bereits sieben weitere Klagen eingereicht und soll 120 weitere angebliche Verstöße untersuchen.

Beobachter weisen der Klage eine grundsätzliche Bedeutung zu. Es gehe darum zu klären, ob Amazon und andere Online-Shops für das Verhalten ihrer Nutzer verantwortlich sind. Einen ähnlichen Fall gab es im Jahr 2001, als dem Online-Auktionshaus eBay vorgeworfen wurde, ein Anbieter habe unerlaubterweise einen Film über den Serienmörder Charles Manson angeboten. eBay konnte sich erfolgreich damit verteidigen, dass sich der Digital Millennium Copyright Act (DMCA) nicht auf einige Internet-Dienstleister erstrecke. Corbis ist aber der Meinung, das Urteil ließe sich nicht auf Amazon anwenden, denn der Onlineshop sei tiefer in die Vorgänge in seinem Angebot verstrickt und daher eher für das Verhalten seiner Nutzer verantwortlich zu machen als Ebay. (anw)