Analysten von Internet-Aktien in sicheren Fahrwassern
Der New Yorker Richter Milton Pollack hat eine Sammelklage wegen betrĂĽgerischer Absichten in den Aktienanalysen des Investmenthaus Merrill Lynch abgelehnt.
Der New Yorker Richter Milton Pollack hat eine Sammelklage gegen das Investmenthaus Merrill Lynch abgelehnt. Die Kläger wollten wegen vermeintlich getürkter Analysen des wandlungsfähigen Internet-Aktien-Kenners Henry Blodget Schadenersatz einfordern. Dies geht aus einem Bericht des Wall Street Journal hervor.
Die Analysten jubeln, könnte diese richterliche Entscheidung wegweisend für ähnliche Klagen sein, die in den vergangenen 15 Monaten den Investmenthäusern das Leben schwer machten -- zumal Pollack die Kläger als "extrem risikofreudige Spekulanten" bezeichnet hat, die wussten, dass sie "unkalkulierbare Risiken in einem äußerst volatilen Markt eingehen, und nun hoffen, die Wertpapiergesetze zu ihren Gunsten so zu verdrehen, dass ihnen eine kostenlose Spekulationsversicherung zuteil wird."
Joseph Grundfest, Jura-Professor an der Stanford University ist empört: "Da stellen sich Leute hin und sagen, dass sie Geld investiert haben, weil man ihnen Lügen aufgetischt hat, und deshalb das Geld verloren haben -- und dieser Richter verbietet ihnen einfach, deswegen Klage einzureichen."
Vor gut einem Jahr erst hatte Merrill Lynch mit einem ähnlichen Fall zu kämpfen, in dem ein Investor beklagte, dass Merrill Lynch gegen manipulierte Aktienempfehlungen Honorare von den jeweiligen Unternehmen eingestrichen habe. Durch derartige Aktionen seien Anleger der New Economy in den Jahren 1999 bis 2001 um Millionenbeträge geschädigt worden. Aus dieser misslichen Situation konnte sich der größte US-Broker nur herauswinden, weil die Verantwortlichen versprachen, 48 Millionen US-Dollar an den Staat New York und 52 Millionen US-Dollar an andere betroffene US-Bundesstaaten zu zahlen. (ola)