Schlechte IT-Koordination behindert Bioterror-Bekämpfung in den USA
Die reibungslose Zusammenarbeit der für Terrorbekämpfung und öffentliche Gesundheit zuständigen Behörden ist laut US-Rechnungshof durch mangelhafte Interoperabilität der IT-Systeme behindert.
Der US-Rechnungshof (U.S. General Accounting Office, GAO) hat eine Studie vorgelegt, in der er die Zusammenarbeit der Behörden zur Bekämpfung bioterroristischer Angriffe bemängelt. Die öffentliche Gesundheit sei durch terroristische Attacken bedroht, meint der GAO in der Studie. Gerade Bioterror, wie milzbrandverseuchte Briefe, oder aber auch die SARS-Seuche riefen ins Bewusstsein, wie groß die Bedrohung durch terroristische Gruppen sei -- und wie wichtig, gegen derartige Angriffe gewappnet zu sein.
Der GAO hat sich darum auf die Suche nach IT-Systeme begeben, die für die Notfallplanung im Zusammenhang mit der Bekämpfung von Bioterrorismus von Bedeutung sein könnten. Dabei hat die Behörde insgesamt 70 geplante oder bereits laufende Projekte ausfindig gemacht. So realisiere das Center for Disease Control and Prevention (CDC) beispielsweise zurzeit das Health Alert Network, ein Frühwarnsystem, das die Kommunikation zwischen den staatlichen und kommunalen Behörden im Katastrophenfall verbessern soll. Und das US-Verteidigungsministerium (Department of Defense, DoD) fahre derzeit das Electronic Surveillance System for the Early Notification of Community-Based Epidemics (ESSENCE II) im Testbetrieb. ESSENCE II soll frühzeitig den Ausbruch von Epidemien erkennen, indem es unter anderem Krankmeldungen in Schulen, Verkaufszahlen von Medikamenten oder Meldungen über Arztbesuche auswertet.
Aber die Interaktion beziehungsweise Koordination der laufenden Aktivitäten lasse noch stark zu wünschen übrig, befand der GAO. Standards seien deshalb einzuführen, um die Kommunikation zu verbessern. Das CDC habe damit zum Beispiel schon begonnen. Dort würden derzeit Daten-, Kommunikations- und Sicherheitsstandards auf Interoperabilität hin geprüft. Aber es gebe noch viel zu tun: Problematisch sei insbesondere, dass es keine übergreifende Strategie zur Entwicklung gültiger Standards für alle staatlichen IT-Initiativen gebe. Ohne diese, heißt es in der Studie, hätten es die Behörden sehr schwer, das Optimum aus den bestehenden IT-Systemen herauszuholen. (ola)